Korais wurde in Smyrna geboren, sein Vater stammte aber von der Insel Chios, und Korais fühlte sich der Insel sehr verbunden. Korais absolvierte die Evangelische Schule von Smyrna und verbrachte den größten Teil seines Lebens nicht in Griechenland, sondern in Westeuropa. Er beschäftigte sich früh mit dem Studium der alten und neuen Sprachen, lernte dann auf den Wunsch seines Vaters in Amsterdam den Beruf des Kaufmanns. Er studierte ab 1782 in Montpellier die Fächer Medizin und Naturgeschichte. Korais ließ sich im Jahre 1788 in Paris nieder, um sich ganz der Literatur zu widmen. Er ließ sich zwar in Frankreich einbürgern, blieb aber dennoch seiner griechischen Herkunft treu. Korais beschäftigte sich mit der Kirche, Schule, Wissenschaft und Politik. Von Paris aus kämpfte er mit Wort und Schrift für die geistige Wiedergeburt Griechenlands.
Adamantios Korais – Zante Ferries
Sein Hauptziel war die Heranbildung einer nationalen, griechischen Allgemeinsprache zu einer Schriftsprache; die von ihm hierfür aufgestellten Normen sind noch heute im Wesentlichen die maßgebenden. Korais versuchte das Bewusstsein der Griechen auf ihr geschichtliches Erbe, ihren hellenistischen Ursprung, zu wecken. Er stellte fest, dass die Allgemeinbildung der Schlüssel für das unabhängige Griechenland ist. Vor allem aber ist Korais für seine entscheidende Rolle in der griechischen Sprachfrage bekannt: Er versuchte einen Mittelweg zwischen der antikisierenden Hochsprache und der Volkssprache zu gehen und ging als Erfinder der Katharevousa (= die Reine; die gereinigte Volkssprache) in die griechische Sprachgeschichte ein.
Korais kritisierte in seinen Briefen und Publikationen die griechisch-orthodoxe Kirche, die das Leben seiner Landsleute im Osmanischen Reich beherrschte. Die Kirche lehnte ein unabhängiges Griechenland strikt ab. Das Fachwissen Korais über das klassische Altertum entstand durch das Studium der Ausgaben altgriechischer Schriftsteller. Seine Marmorbüste schmückt das Lykeion auf der griechischen Insel Chios, dem Korais seine wertvolle Bibliothek vermacht hat, die heutige, nach ihm benannte, Korais-Bibliothek (Δημόσια Κεντρική Ιστορική Bιβλιοθήκη Χίου Κοραή).
Adamantios Korais starb am 6. April 1833 in Paris und wurde auf dem Cimetière Montparnasse (Division 2) beerdigt. 1877 wurde er auf Wunsch des griechischen Königs Georg I. umgebettet und hat jetzt ein Ehrengrab auf dem Ersten Friedhof von Athen. 1895 wurde ihm zu Ehren an Stelle seines Grabes auf dem Friedhof Montparnasse ein Kenotaph errichtet.
1880 reiste Doyle als Schiffsarzt auf dem WalfängerHope in die Arktis, ein Jahr später auf der Mayumba nach Westafrika. Von 1882 bis 1890 führte er eine Arztpraxis in Southsea bei Portsmouth. In seiner Freizeit verfasste er auch schon erste literarische Werke. 1883 verfasste er in Portsmouth seinen ersten Roman, The Narrative of John Smith (s. u.), der jedoch unvollendet und unveröffentlicht blieb und erst 2011 publiziert wurde. 1887 veröffentlichte er die erste Geschichte über den DetektivSherlock Holmes und seinen Freund Dr. Watson: A Study in Scarlet (dt.Eine Studie in Scharlachrot).
In der folgenden Zeit erschuf Conan Doyle seine zweite sehr populäre Figur, Professor Challenger. Die vergessene Welt, in der sie zum ersten Mal auftaucht, wurde 1912 publiziert und wird als sein bekanntester Roman neben der Sherlock-Holmes-Reihe angesehen. Doyles während des Ersten Weltkriegs veröffentlichte Texte setzen sich teilweise kritisch mit dem Deutschland der damaligen Zeit auseinander. Im Oktober 1918, wenige Monate vor dem offiziellen Kriegsende, starb sein Sohn Kingsley an der Spanischen Grippe. Doyle begann sich daraufhin verstärkt Zukunftsromanen in der Tradition von Jules Verne sowie dem Spiritismus und Mystizismus zu widmen und unternahm dazu auch Vortragsreisen (u. a. in die USA und nach Südafrika).
Unter anderem machte er die sogenannten Feen von Cottingley bekannt, gefälschte Fotos von Feen, an deren Echtheit er fest glaubte, filmisch umgesetzt 1997 in Der Elfengarten. Für Schlagzeilen sorgte seine öffentliche Kontroverse mit dem Zauberkünstler Harry Houdini.[6] Die Freundschaft zwischen Doyle und Houdini zerbrach an zu unterschiedlichen Vorstellungen über den Spiritismus – Doyle akzeptierte diverse Medien als echt und glaubte, Houdini selbst habe übernatürliche Fähigkeiten, während Houdini nach eigener Aussage zeitlebens keine Séance erlebte, deren Effekte er nicht mit Zaubertricks hätte nachmachen können.
Die deduktive und kriminalanalytische Methode ist bezeichnend für die Figuren Doyles. Er, selbst Arzt, dachte sich die Rolle des Dr. Watson zu. Sherlock Holmes stattete er mit Eigenschaften seines Lehrers an der Edinburgher Universität, Joseph Bell, aus. Die von Doyle in seinen Romanen beschriebenen Methoden der Kriminalistik, beispielsweise die Daktyloskopie, waren den Polizeimethoden ihrer Zeit voraus. Dies gilt insbesondere für die grundsätzlich wissenschaftlich orientierte Methodik bei der Verbrechensuntersuchung.
1890 erschien sein Roman The Firm of Girdlestone (1890), in dem er ein Bild seiner Heimatstadt Edinburgh im Zeitalter des Imperialismus zeichnete. Vater und Sohn Girdlestone & Co. betreiben einen lukrativen Afrikahandel mit schlecht instandgehaltenen Segelschiffen.
Im gleichen Jahr ging Doyle nach London. Ab 1891 konnte er seinen Lebensunterhalt durch die Schriftstellerei bestreiten, nachdem im selben Jahr die erste Detektiverzählung A Scandal in Bohemia (dt. Ein Skandal in Böhmen) im The Strand Magazine erschienen war.
1893 entschied Conan Doyle, das Leben seines Protagonisten Holmes zu beenden, da das regelmäßige Verfassen neuer Holmes-Geschichten zu viel seiner Zeit in Anspruch nahm und er seine schriftstellerische Arbeit auf andere Werke konzentrieren wollte. Es kam zu Protesten seines Publikums.[1] Die Mutter des Schriftstellers, eine begeisterte Leserin der Geschichten, versuchte vergeblich, ihn von dem Vorhaben abzubringen. In der Erzählung The Final Problem (dt. Das letzte Problem) stürzt Sherlock im Kampf mit seinem Widersacher Professor Moriarty die Reichenbachfälle bei Meiringen in der Schweiz hinab und wird von Watson für tot erklärt.
Im selben Jahr wurde Doyle Meister in der FreimaurerlogePhoenix No. 257 in Portsmouth.
Am 23. März 1894 überquerte er in einem gewagten Unternehmen auf Skiern die Maienfelder Furgga von Davos nach Arosa, wobei er von zwei Einheimischen, den Brüdern Tobias und Johann Branger, begleitet wurde. Das Ereignis trug dazu bei, den Skisport in England zu popularisieren. Es wurde gut hundert Jahre später vom ORF in einem Fernsehfilm nachgestellt, basierend auf Conan Doyles Artikel An Alpine Pass on ’Ski’, veröffentlicht im Strand Magazine im Dezember 1894.
Doyle spielte Fußball als Torwart für den Amateurverein Portsmouth Association Football Club. Er verwendete hierbei das PseudonymA.C. Smith. Er war auch ein begeisterter Cricketspieler und wurde zwischen 1899 und 1907 zehnmal vom berühmten Marylebone Cricket Club (MCC) in der ersten Mannschaft eingesetzt. Als Golfspieler war er 1910 Mannschaftskapitän des Crowborough Beacon Golf Club, East Sussex. Er initiierte auch den Bau des Golfplatzes in Davos während seiner Aufenthalte dort 1893–1895.
Bei den Olympischen Spielen 1908 in London berichtete Arthur Conan Doyle für die Zeitung Daily Mail über den Marathonlauf. Dorando Pietri hatte als erster das Ziel erreicht, doch da Kampfrichter und Ärzte ihm über die Ziellinie halfen, wurde der Läufer disqualifiziert. Doyles ausführlicher und emotionaler Bericht in der Daily Mail vom 25. Juli 1908 über den Zieleinlauf des geschwächten Italieners und ein gleichzeitig mit seinem Artikel veröffentlichter Leserbrief, in dem Doyle zu Spenden für Pietri aufrief, sind die Grundlage eines der bekanntesten Mythen der modernen Olympischen Spiele. Doyles großes Engagement führte zu der weit verbreiteten, aber unwahren Legende, Doyle selbst habe Pietri über die Ziellinie geholfen. Dr. Michael Bulger, der auf einem Foto als Helfer zu sehen ist, wurde hierbei oft für Doyle gehalten.
Seit dem 14. April 2001 steht am Cloke’s Corner in Crowborough ein Denkmal für Sir Conan Doyle. Die Bronzestatue wurde vom Bildhauer David Cornell geschaffen und durch den Conan Doyle Statue Trust mit Zuschüssen des Town Council Crowborough und privaten Spenden finanziert. Zur Finanzierung des Bronzegusses hatte Cornell eine limitierte Serie eines verkleinerten Modells gießen lassen.
2023 wurde die Froschart Caligophryne doylei aus Venezuela nach Conan Doyle benannt.
Andreas Karkavitsas oder Carcavitsas (griechisch: Ανδρέας Καρκαβίτσας; Lechaina, 1866 – Marousi, 10. Oktober 1922) war ein griechischer Romanautor. Wie Alexandros Papadiamantis war er Naturforscher.
Er wurde 1866 im Nordwesten des Peloponnes in der Stadt Lechaina in Elis geboren. Er studierte Medizin. Als Militärarzt bereiste er zahlreiche Dörfer und Siedlungen, deren Überlieferungen und Legenden er aufzeichnete. Er starb am 10. Oktober 1922 an Kehlkopfkrebs. Mehrere Straßen in Griechenland wurden nach ihm benannt, zum Beispiel in Pyrgos.
Karkavitsas schrieb in der europäischen Tradition des Naturalismus (vorbildlich vertreten durch Émile Zola), der nicht davor zurückschreckt, die Schattenseiten des Lebens einfacher Leute darzustellen, anstatt die Wirklichkeit zu romantisieren oder zu beschönigen. Er war ein Folklorist mit einer Gabe, Geschichten voller authentischer Einzelheiten aus dem Leben einfacher Leute, lokaler Bräuche, Dialekte und Volksmärchen sowie psychologischer Erkenntnisse darüber zu spinnen. Als Autor von Kurzgeschichten und Novellen war er erfolgreicher. „Der Bettler“ ist eine Novelle über Betrüger, Gewalt und die grotesken Praktiken professioneller Bettler (darunter das absichtliche Verstümmeln von Kindern, um sie in gewinnbringende Objekte des Mitleids zu verwandeln). „Worte vom Bug“ handelt vom Leben von Seeleuten, Fischern und Schwammtauchern und ist voller geheimnisvoller Einzelheiten ihres Handwerks sowie märchenhaft angehauchter Handlungsstränge voller Tragödien, Schiffbruch, auf See verlorener Hände, Mord, Aberglaube und Übernatürlichem sowie den Freuden, vom Meer zu leben.
Year
Title
English meaning
Published in
1892
Διηγήματα (Diiyimata)
Stories
Athens
1896
Η Λυγερή (I Liyeri)
The willowy girl
Athens
1897
Θεσσαλικές εικόνες. Ο ζητιάνος (Thessalikes eikones. O zitianos)
Williams’ Leben konzentrierte sich fast vollständig – sieht man von seinen Europa-Reisen ab – auf seine Heimatstadt Rutherford in New Jersey, wo er seit 1910 als Arzt (M.D.) praktizierte.
Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit war Williams lange als Arzt tätig und praktizierte sowohl Kinderheilkunde als auch Allgemeinmedizin. Er war dem Passaic General Hospital angeschlossen, wo er von 1924 bis zu seinem Tod als Chefarzt der Kinderheilkunde fungierte. Das Krankenhaus, das heute St. Mary’s General Hospital heißt, würdigte Williams mit einer Gedenktafel mit der Aufschrift „Wir gehen die Stationen, die Williams ging“.
Im Gegensatz zu Pound, der sich nach europäischen Vorbildern richtete, forderte William Williams in seiner Essaysammlung In the American Grain (1925) eine einfache, aber dennoch avantgardistische Poesie, die sich an der gesprochenen Sprache und der amerikanischen Alltagswelt orientieren sollte.
Williams schreibt in seiner bereits 1951 veröffentlichten[5] Autobiografie: „Ezra war immer sehr darauf bedacht, die Kluft zwischen meinen Bildungslücken und seiner souveränen Gelehrtheit zu überbrücken. Da er mich hierbei keineswegs gönnerhaft behandelt, lasse ich es mir gefallen. Es macht mir aufrichtig Kummer, dass meine literarischen Kenntnisse den seinigen so weit unterlegen sind. Ich respektiere sein Unbehagen und versuche mein Bestes, mich auf seine gutgemeinten Bemühungen einzustellen.“[6] Wenn Williams sich in der europäischen Literatur weniger gut auskannte als Pound, so bemühte er sich auf seiner Europareise, diesen Mangel zu beheben, da er sich vor allem in Paris mit namhaften europäischen Schriftstellern, Intellektuellen und Malern traf.
Seine frühen Gedichte sind noch stark vom europäischen Dadaismus und Surrealismus geprägt. 1923 schrieb er sein bis heute wohl bekanntestes Gedicht This is Just to Say.[10] Zusammen mit Pound und Eliot schloss er sich um 1912 den Imagisten an, einer anglo-amerikanischen literarischen Bewegung. Seine Freundschaft zu Pound zerbrach später an künstlerischen Meinungsverschiedenheiten und an Pounds Unterstützung für den italienischen Faschismus, was ihn jedoch nicht daran hinderte, den in den USA internierten Pound zu besuchen (siehe Autobiografie).
Infolge seines dritten Schlaganfalls (den ersten hatte er 1951) im Oktober 1955 erlitt er eine Lähmung, wodurch sich sein Arbeitstempo verlangsamte. Dennoch brachte er sich selbst bei, mit seiner nicht-gelähmten Hand auf einer elektrischen Schreibmaschine zu tippen.
Im Alter von 79 Jahren starb der Dichterarzt William Carlos Williams im März 1963 in Rutherford, New Jersey, nach einer weiteren Serie schwerer Schlaganfälle.
Das Buch Jeden Tag ein bißchen näher, das er 1974 zusammen mit Ginny Elkins [Pseudonym seiner ehemaligen Klientin] in Form eines Briefromans veröffentlichte, beruht auf einem ungewöhnlichen Experiment. Die Klientin war Schriftstellerin und ihre einjährige Teilnahme an einer seiner Therapiegruppen war relativ erfolglos gewesen. Er schlug ihr deshalb eine Einzeltherapie unter der Bedingung vor, dass sie, statt ihn zu bezahlen, eine frei fließende, unzensierte Zusammenfassung jeder Therapiestunde schrieb, in der sie all die Gefühle und Gedanken äußerte, die sie während der Sitzung nicht verbalisiert hatte. Er tat genau das gleiche. Der Austausch der Notizen alle paar Monate brachte zu Tage, wie sehr Empfindungen und Erinnerungen in Bezug auf dieselben Sitzungen auseinanderklafften. Zunächst verwendete er die Notizen in der therapeutischen Lehre, dann wurden sie als Buch publiziert. Die Ratschläge in seinem Buch Der Panama-Hut gehen auf Notizen aus fünfundvierzig Jahren klinischer Praxis zurück.
Romane und Geschichten
Denn alles ist vergänglich. Geschichten aus der Psychotherapie (Creatures of a Day And Other Tales of Psychotherapy, 2014). Übersetzt von Liselotte Prugger. Btb, München 2015, ISBN 3-442-75457-7.
Das Spinoza-Problem. Übersetzt von Liselotte Prugger. Btb, München 2012, ISBN 978-3-442-75285-0.
Ein menschliches Herz (I’m calling the police, 2011). Übersetzt von Lisa Jannach. Btb, München 2009, ISBN 978-3-442-75247-8.
Die Schopenhauer-Kur. Übersetzt von Almuth Carstens. Goldmann, München 2005, ISBN 3-442-75126-8.
Die rote Couch. Übersetzt von Michaela Link. Goldmann, München 1998, ISBN 3-442-72330-2 (Originaltitel „Lying on the Couch“, ein mögliches Wortspiel, das man mit „Auf der Couch liegen/lügen“ wiedergeben könnte).
Die Liebe und ihr Henker und andere Geschichten aus der Psychotherapie. Übersetzt von Hans J. Heckler. Knaus, München 1990, ISBN 3-8135-6979-9.
Mit Ginny Elkin (Pseudonym): Chronik einer Therapie. Geschrieben vom Psychotherapeuten und seiner Patientin (Every Day Gets a Little Closer. A Twice-Told Therapy Basic Books, New York 1974) ISBN 3-10-095801-2, ISBN 978-3-10-095801-3, 2. Auflage als Btb Taschenbuch übersetzt von Lutz-W. Wolff: 2014, ISBN 978-3-641-18850-4 V001
Sachbücher
Mit Marylin Yalom: Unzertrennlich. Über den Tod und das Leben (A matter of death and life, 2021). Übersetzt und mit einem Nachwort von Regina Kammerer. btb, München 2021, ISBN 978-3-442-75921-7.
Wie man wird, was man ist: Memoiren eines Psychotherapeuten (Becoming myself, 2017). Übersetzt von Barbara von Bechtolsheim. Btb, München 2017, ISBN 978-3-442-75662-9.
In die Sonne schauen: Wie man die Angst vor dem Tod überwindet (Staring at the sun). Übersetzt von Barbara Linner. Btb, München 2008, ISBN 978-3-442-75201-0.
Liebe, Hoffnung, Psychotherapie. Übersetzt von Gabriele Zelisko. Btb, München 2004, ISBN 3-442-73173-9.
Was Hemingway von Freud hätte lernen können. Übersetzt von Hans-Joachim Maass. Goldmann, München 2003, ISBN 3-442-73097-X.
Aguinis‘ Vater wanderte 1928 aus Bessarabien nach Buenos Aires ein und zog alsbald zu Verwandten, die in Cruz del Eje in der Provinz Córdoba lebten. Als Schulkind litt Marcos Aguinis wegen seiner jüdischen Herkunft unter der Diskriminierung durch Klassenkameraden und einzelne Lehrer. Bei der Judenverfolgung in Deutschland wurden all seine in Europa verbliebenen Familienmitglieder umgebracht. Nach seiner Bar Mitzwa begann er sich intensiv mit Literatur und Religion zu beschäftigen. Er lieh sich Bücher über die Bibel und über Israel in der öffentlichen Bücherei aus. Unter anderem las er Stefan Zweig, die „History of the Religion of Israel“ von Julio Nin y Silva, Emil Ludwigs Buch „Der Menschensohn“, „Muhammad and the Koran“ des Spaniers Rafael Cansinos Assens und „Das Leben Jesu“ von Ernest Renan. Die Lektüre von Renans Buch war der Anfang seiner Glaubenszweifel. Heute ist Aguini Agnostiker.
Schon während seiner Schulzeit begann er Erzählungen zu schreiben. Nach Beendigung der Schulausbildung studierte er zunächst Psychiatrie, Neurologie und Psychoanalyse. Als Dreiundzwanzigjähriger erhielt er ein Stipendium für ein Studium der Neurochirurgie in Buenos Aires. Sein Medizin- und Psychiatriestudium setzte er am Hôpital de la Salpêtrière in Frankreich sowie in Freiburg i. Br. und Köln mit Hilfe eines Stipendiums der Alexander von Humboldt-Stiftung fort. Nach seiner Rückkehr aus Europa promovierte er an der Universität Córdoba und arbeitete zunächst als Neurochirurg an der „Southern Regional Clinic“. Während dieser Zeit publizierte er seine ersten Erzählungen.
Aguinis veröffentlichte sein erstes Buch im Jahr 1963. Seitdem hat er zahlreiche Romane, Essaybände, Kurzgeschichtensammlungen und zwei Biographien veröffentlicht. Seine Artikel in Zeitungen und Zeitschriften in Lateinamerika, den USA und Europa umfassen ein breites Spektrum von unterschiedlichen Themen. Er hielt zahlreiche Vorträge und bot Kurse in Deutschland, Spanien, den USA, Frankreich, Israel, Russland, Italien und in fast allen lateinamerikanischen Ländern an.
Während der Diktaturzeit in Argentinien war die Verbreitung von Aguinis’ Werken Beschränkungen unterworfen. Einige seiner Werke konnten nur im Ausland erscheinen und illegal ins Land gebracht werden.
Als Argentinien im Dezember 1983 zur Demokratie zurückkehrte, wurde Aguinis zum Staatssekretär ernannt und dann zum Kultursekretär des Landes. Er organisierte die PRONDEC, ein nationales Programm für die Demokratisierung der Kultur, das von der UNESCO und der UNO unterstützt wurde. Er startete damit intensive Aktivitäten zur Sensibilisierung der Bevölkerung für ihre Rechte, Pflichten und Möglichkeiten, eine echte Demokratie zu entwickeln. Für seine Arbeit wurde er von der UNESCO für den „Peace Education Prize“ nominiert.
Anagnostakis studierte zunächst Medizin an der Aristoteles-Universität Thessaloniki und praktizierte später als Radiologe. Während des Zweiten Weltkriegs und den sich anschließenden Bürgerkriegen war er aktives Mitglied der Widerstandsbewegung. Nachdem ihn ein Militärgericht zum Tode verurteilt hatte, verbrachte er viele Jahre in Haft und im Exil.
Seine Laufbahn als Schriftsteller begann er 1944 mit Artikeln in der Zeitschrift Xekinima. 1945 erschien unter dem Titel Epoche I ein erster Gedichtband. Weitere Bände dieses Zyklus folgten 1948 und 1951. Eine zweite Gedichtreihe veröffentlichte er zwischen 1956 und 1962.
Wassili Aksjonow (links) mit Wiktor Nekrassow (vor der Reiterstatue von Jeanne d’Arc, Place du Martroi, Orléans, 1983)
Von 1956 bis 1960 arbeitete er als Arzt, hatte jedoch schon während des Studiums begonnen, Skizzen und Erzählungen zu schreiben. Seine ersten Erzählungen veröffentlichte er in den 1960er Jahren, die vor allem bei jungen Lesern bald sehr beliebt waren. 1979 geriet er wegen seiner Mitarbeit am Untergrund-Literaturalmanach Metropol gemeinsam mit Andrei Bitow, Fasil Iskander, Wiktor Jerofejew und Jewgeni Popow unter Druck.
1980 folgte Aksjonow der Einladung einer amerikanischen Universität und nahm seinen ständigen Wohnsitz in den Vereinigten Staaten, wo er seine schriftstellerische Tätigkeit fortsetzte. Bis 2003 lehrte er als Professor für Russisch an der George Mason University in Fairfax (Virginia). 2004 übersiedelte er nach Biarritz. Die weiteren Jahre verbrachte er wechselweise in Frankreich und Moskau, wo er im Juli 2009 starb.[2] Sein Grab befindet sich auf dem Wagankowoer Friedhof in Moskau.
1980 folgte Aksjonow der Einladung einer amerikanischen Universität und nahm seinen ständigen Wohnsitz in den Vereinigten Staaten, wo er seine schriftstellerische Tätigkeit fortsetzte. Bis 2003 lehrte er als Professor für Russisch an der George Mason University in Fairfax (Virginia). 2004 übersiedelte er nach Biarritz. Die weiteren Jahre verbrachte er wechselweise in Frankreich und Moskau, wo er im Juli 2009 starb.[2] Sein Grab befindet sich auf dem Wagankowoer Friedhof in Moskau.
Erste Erzählungen Aksjonows erschienen in der Zeitschrift Junost, deren Redaktionskollegium er angehörte.
In seinen Werken verarbeitete Aksjonow die Erfahrungen seiner Familie in der Stalin-Zeit. Die im politischen und geistigen Leben der UdSSR einsetzende Tauwetter-Periode der 1960er-Jahre erlaubte es ihm, sich dieses Themas anzunehmen.
1981 erschien im Exil in englischer Übersetzung erstmals der 1979 verfasste Roman The Island of Crimea (Остров Крым), der u. a. erzählt, wie die Krim von der Moskauer Regierung durch eine Invasion „befreit“ wird. Im englischsprachigen Westen wurde Aksjonow mit dem Roman „The Burn“ (russisch: „Ожог“, 1975; deutsch: „Gebrannt“, 1986) und der Trilogie „Generations of Winter“ (russisch: Московская сага, 1989–1993) bekannt, Werken, in denen er sich mit dem Tabuthema der stalinistischen Verfolgungen auseinandersetzt. „Generations of Winter“ erzählt die Geschichte der Arztfamilie Gradow in den Jahren 1925–1953. Der Roman wurde in Russland 2004 als mehrteilige Fernsehserie aufwändig verfilmt.
Für seinen 2004 erschienenen Roman „Voltarianer und Voltarianerinnen“ erhielt Aksjonow den mit 15.000 US-Dollar dotierten Literaturpreis Booker – Offenes Russland. Aksjonows Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Verfilmungen seiner Bücher entstanden in Russland und Frankreich. Außerdem schrieb er Theaterstücke.
Wolfgang Adelung studierte Medizin. 1948 promovierte er in Freiburg. Später führte er eine Hautarztpraxis in Singen (Hohentwiel).
Adelung wurde auch Organist und gehörte zu den wichtigsten Mitgliedern der Gesellschaft der Orgelfreunde in seiner Zeit. 1952 war er Mitbegründer von deren Orgelfachzeitschrift Ars Organi. Danach wurde er Schriftleiter (1957–1972), 1. Vorsitzender (1973–1983), Leiter der Geschäftsstelle (1983–1987) und Mitglied des Beratenden Ausschusses der Gesellschaft der Orgelfreunde (1987–1994).
Wolfgang Adelung verfasste das Standardwerk Einführung in den Orgelbau, das in mehreren veränderten Auflagen erschien. Außerdem veröffentlichte er weitere Bücher und Aufsätze über Orgeln.Monographien
Vollständige Auflistung
Das normale Blutbild von Freiburg, Dissertation, Freiburg 1948
Einführung in den Orgelbau, Breitkopf & Härtel Leipzig 1955; danach sechs Neuauflagen, davon mehrere erweiterte, zuletzt
Einführung in den Orgelbau. Breitkopf & Härtel Wiesbaden 1991
Elektronen-Instrument und Pfeifenorgel. Merseburger, Berlin 1956
Das Elektrium. Merseburger, Berlin 1964
Orgeln der Gegenwart. Bärenreiter, Kassel u. a., 1972
Als Expeditionsarzt begleitete Oswald Oelz zahlreiche Expeditionen im Himalaya und dabei Bergsteiger wie Reinhold Messner, Peter Habeler und Hans Kammerlander. Im Jahr 1972 reiste Oelz zur Besteigung des Manaslu (8163 m) in den Himalaya, welche aber nicht gelang.
1978 war er einer der beiden Ärzte der in der Medizinwelt umstrittenen Expedition zum Mount Everest (8848 m), bei der Messner und Habeler den Berg erstmals ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen. Oelz und sechs weitere Expeditionsmitglieder waren mit Sauerstoffflaschen erfolgreich. Er war damit der erste Vorarlberger, dem die Besteigung des Mount Everest gelang.
Im Rahmen einer Expedition im Jahr 1979 versuchte er eine Begehung des Ama-Dablam-Nordostgrates (6856 m). Den Gipfel zu erreichen gelang auf Grund einer Rettungsaktion nicht. 1981 begleitete er eine Expedition zum Shishapangma (8027 m), 1982 scheiterte er am Cho Oyu (8188 m) wegen eines Hirnödems. Am Glacier Dome (7193 m) im Annapurna-Massiv überlebte er 1983 eine Lawinenverschüttung. Mit dem Shishapangma bestieg Oelz 1985 seinen zweiten Achttausender. Ein erneuter Versuch, den Makalu (8485 m) zu besteigen, scheiterte 1986.
Im Dokumentarfilm Höhenrausch: Die Entwicklung der Höhenmedizin (2022) gibt Oelz an „insgesamt 29 Freunde und Freundinnen mit denen [er] auf hohe Gipfel geklettert [ist] verloren“ zu haben. 1978 reduzierte er in einem Eigenexperiment bei der Mount Everest Besteigung seinen Hämatokrit von 58 auf 52 % um die Viskosität zu vermindern, aber erkrankte daraufhin schwer. Nach einer Woche erholte er sich und bestieg den Gipfel mit Sauerstoff. 1986 erlitt er auf dem Aconcagua ein Höhenlungenödem und therapierte sich mit Nifedipin, mit rascher Verbesserung nach 10 Minuten.