Arthur Conan Doyle

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Arthur Conan Doyle

Sir Arthur Ignatius Conan Doyle (* 22. Mai 1859 in EdinburghSchottland; † 7. Juli 1930 in CrowboroughSussexEngland) war ein britischer Arzt und Schriftsteller. Er verfasste die Abenteuer von Sherlock Holmes und dessen Freund Dr. Watson. Bekannt ist auch die Figur Challenger aus seinem Roman Die vergessene Welt, die als Vorlage für zahlreiche Filme und eine Fernsehserie diente.

1880 reiste Doyle als Schiffsarzt auf dem Walfänger Hope in die Arktis, ein Jahr später auf der Mayumba nach Westafrika. Von 1882 bis 1890 führte er eine Arztpraxis in Southsea bei Portsmouth. In seiner Freizeit verfasste er auch schon erste literarische Werke. 1883 verfasste er in Portsmouth seinen ersten Roman, The Narrative of John Smith (s. u.), der jedoch unvollendet und unveröffentlicht blieb und erst 2011 publiziert wurde. 1887 veröffentlichte er die erste Geschichte über den Detektiv Sherlock Holmes und seinen Freund Dr. WatsonA Study in Scarlet (dt. Eine Studie in Scharlachrot).

In der folgenden Zeit erschuf Conan Doyle seine zweite sehr populäre Figur, Professor ChallengerDie vergessene Welt, in der sie zum ersten Mal auftaucht, wurde 1912 publiziert und wird als sein bekanntester Roman neben der Sherlock-Holmes-Reihe angesehen. Doyles während des Ersten Weltkriegs veröffentlichte Texte setzen sich teilweise kritisch mit dem Deutschland der damaligen Zeit auseinander. Im Oktober 1918, wenige Monate vor dem offiziellen Kriegsende, starb sein Sohn Kingsley an der Spanischen Grippe. Doyle begann sich daraufhin verstärkt Zukunftsromanen in der Tradition von Jules Verne sowie dem Spiritismus und Mystizismus zu widmen und unternahm dazu auch Vortragsreisen (u. a. in die USA und nach Südafrika).

Unter anderem machte er die sogenannten Feen von Cottingley bekannt, gefälschte Fotos von Feen, an deren Echtheit er fest glaubte, filmisch umgesetzt 1997 in Der Elfengarten. Für Schlagzeilen sorgte seine öffentliche Kontroverse mit dem Zauberkünstler Harry Houdini.[6] Die Freundschaft zwischen Doyle und Houdini zerbrach an zu unterschiedlichen Vorstellungen über den Spiritismus – Doyle akzeptierte diverse Medien als echt und glaubte, Houdini selbst habe übernatürliche Fähigkeiten, während Houdini nach eigener Aussage zeitlebens keine Séance erlebte, deren Effekte er nicht mit Zaubertricks hätte nachmachen können.

Die deduktive und kriminalanalytische Methode ist bezeichnend für die Figuren Doyles. Er, selbst Arzt, dachte sich die Rolle des Dr. Watson zu. Sherlock Holmes stattete er mit Eigenschaften seines Lehrers an der Edinburgher Universität, Joseph Bell, aus. Die von Doyle in seinen Romanen beschriebenen Methoden der Kriminalistik, beispielsweise die Daktyloskopie, waren den Polizeimethoden ihrer Zeit voraus. Dies gilt insbesondere für die grundsätzlich wissenschaftlich orientierte Methodik bei der Verbrechensuntersuchung.

1890 erschien sein Roman The Firm of Girdlestone (1890), in dem er ein Bild seiner Heimatstadt Edinburgh im Zeitalter des Imperialismus zeichnete. Vater und Sohn Girdlestone & Co. betreiben einen lukrativen Afrikahandel mit schlecht instandgehaltenen Segelschiffen.

Im gleichen Jahr ging Doyle nach London. Ab 1891 konnte er seinen Lebensunterhalt durch die Schriftstellerei bestreiten, nachdem im selben Jahr die erste Detektiverzählung A Scandal in Bohemia (dt. Ein Skandal in Böhmen) im The Strand Magazine erschienen war.

1893 entschied Conan Doyle, das Leben seines Protagonisten Holmes zu beenden, da das regelmäßige Verfassen neuer Holmes-Geschichten zu viel seiner Zeit in Anspruch nahm und er seine schriftstellerische Arbeit auf andere Werke konzentrieren wollte. Es kam zu Protesten seines Publikums.[1] Die Mutter des Schriftstellers, eine begeisterte Leserin der Geschichten, versuchte vergeblich, ihn von dem Vorhaben abzubringen. In der Erzählung The Final Problem (dt. Das letzte Problem) stürzt Sherlock im Kampf mit seinem Widersacher Professor Moriarty die Reichenbachfälle bei Meiringen in der Schweiz hinab und wird von Watson für tot erklärt.

Im selben Jahr wurde Doyle Meister in der Freimaurerloge Phoenix No. 257 in Portsmouth.

Im März 1893 war Doyle der erste Brite, der eine Tagestour im Skilanglauf absolvierte. In Erinnerung an diese Leistung benannte das UK Antarctic Place-Names Committee im Jahr 1959 den Doyle-Gletscher in der Antarktis nach ihm.

Am 23. März 1894 überquerte er in einem gewagten Unternehmen auf Skiern die Maienfelder Furgga von Davos nach Arosa, wobei er von zwei Einheimischen, den Brüdern Tobias und Johann Branger, begleitet wurde. Das Ereignis trug dazu bei, den Skisport in England zu popularisieren. Es wurde gut hundert Jahre später vom ORF in einem Fernsehfilm nachgestellt, basierend auf Conan Doyles Artikel An Alpine Pass on ’Ski’, veröffentlicht im Strand Magazine im Dezember 1894.

Doyle spielte Fußball als Torwart für den Amateurverein Portsmouth Association Football Club. Er verwendete hierbei das Pseudonym A.C. Smith. Er war auch ein begeisterter Cricketspieler und wurde zwischen 1899 und 1907 zehnmal vom berühmten Marylebone Cricket Club (MCC) in der ersten Mannschaft eingesetzt. Als Golfspieler war er 1910 Mannschaftskapitän des Crowborough Beacon Golf Club, East Sussex. Er initiierte auch den Bau des Golfplatzes in Davos während seiner Aufenthalte dort 1893–1895.

Bei den Olympischen Spielen 1908 in London berichtete Arthur Conan Doyle für die Zeitung Daily Mail über den MarathonlaufDorando Pietri hatte als erster das Ziel erreicht, doch da Kampfrichter und Ärzte ihm über die Ziellinie halfen, wurde der Läufer disqualifiziert. Doyles ausführlicher und emotionaler Bericht in der Daily Mail vom 25. Juli 1908 über den Zieleinlauf des geschwächten Italieners und ein gleichzeitig mit seinem Artikel veröffentlichter Leserbrief, in dem Doyle zu Spenden für Pietri aufrief, sind die Grundlage eines der bekanntesten Mythen der modernen Olympischen Spiele. Doyles großes Engagement führte zu der weit verbreiteten, aber unwahren Legende, Doyle selbst habe Pietri über die Ziellinie geholfen. Dr. Michael Bulger, der auf einem Foto als Helfer zu sehen ist, wurde hierbei oft für Doyle gehalten.

Seit dem 14. April 2001 steht am Cloke’s Corner in Crowborough ein Denkmal für Sir Conan Doyle. Die Bronzestatue wurde vom Bildhauer David Cornell geschaffen und durch den Conan Doyle Statue Trust mit Zuschüssen des Town Council Crowborough und privaten Spenden finanziert. Zur Finanzierung des Bronzegusses hatte Cornell eine limitierte Serie eines verkleinerten Modells gießen lassen.

2023 wurde die Froschart Caligophryne doylei aus Venezuela nach Conan Doyle benannt.

https://www.arthurconandoyle.com

https://www.youtube.com/@ArthurConanDoyleEncyclopedia/videos


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Charles Bell

Sir Charles Bell (* 12. November 1774 in Doun in Monteath/Edinburgh; † 28. April 1842 in Hallow Park/Malvern Hills bei Worcester) war ein schottischer Chirurg, Anatom, Physiologe, Neurologe, Künstler und philosophischer Theologe. Er ist bekannt für die Entdeckung des Unterschieds zwischen sensorischen und motorischen Nerven im Rückenmark. Er ist auch für die Beschreibung der Bell-Lähmung bekannt.

Charles Bell wurde am 12. November 1774 in Edinburgh als vierter Sohn von Reverend William Bell, einem Geistlichen der Episkopalkirche von Schottland, geboren. Sein Vater starb 1779, als er fünf Jahre alt war. Seine Mutter hatte daher einen besonderen Einfluss auf sein frühes Leben und brachte ihm Lesen und Schreiben bei. Darüber hinaus förderte seine Mutter Charles‘ künstlerische Begabung, indem sie ihm regelmäßigen Zeichen- und Malunterricht bei David Allan, einem bekannten schottischen Maler, finanzierte.

The Maniac – Charles Bell

Während seines Studiums besuchte Bell die Vorlesungen von Dugald Stewart zur spirituellen Philosophie. Diese Vorlesungen hatten großen Einfluss auf Bell, denn einige von Stewarts Lehren finden sich in Bells späteren Werken in einer Passage seiner Abhandlung über die Hand wieder.[1] Zusätzlich zu den Anatomiekursen belegte Bell einen Zeichenkurs, um seine künstlerischen Fähigkeiten zu verfeinern.

Während Bell seine Fähigkeiten als Chirurg entwickelte, interessierte er sich auch für ein Gebiet, das Anatomie und Kunst verband. Sein künstlerisches Talent zeigte sich, als er seinem Bruder half, ein vierbändiges Werk mit dem Titel „Die Anatomie des menschlichen Körpers“ fertigzustellen. Charles Bell verfasste und illustrierte die Bände 3 und 4 1803 vollständig und veröffentlichte 1798 und 1799 seine eigenen Illustrationen in einem System von Sektionen.[6] Darüber hinaus nutzte Bell seine klinische Erfahrung und sein künstlerisches Auge, um sein Hobby zu entwickeln, interessante medizinische Fälle in Wachs zu modellieren. Er baute eine umfangreiche Sammlung auf, die er sein Anatomisches Museum nannte. Einige Stücke davon sind noch heute in der Surgeon’s Hall zu sehen.

Eine Reihe von Entdeckungen erhielt seinen Namen:

Bellscher Nerv (äußerer Atemnerv): Der lange Brustnerv.
Bell-Lähmung: Eine einseitige idiopathische Lähmung der Gesichtsmuskulatur aufgrund einer Läsion des Gesichtsnervs.
Bell-Phänomen: Ein normaler Abwehrmechanismus – eine Aufwärts- und Auswärtsbewegung des Auges, die auftritt, wenn eine Person die Augen gewaltsam schließt. Klinisch ist dies bei Patienten mit einer Lähmung des Musculus orbicularis oculi (z. B. Guillain-Barré-Syndrom oder Bell-Lähmung) erkennbar, da das Augenlid beim Versuch, das Auge zu schließen, angehoben bleibt.[24][25]
Bell-Spasmus: Unwillkürliches Zucken der Gesichtsmuskulatur.
Bell-Magendie-Gesetz oder Bellsches Gesetz: Besagt, dass der vordere Ast der Spinalnervenwurzeln nur motorische Fasern und die hinteren Wurzeln nur sensorische Fasern enthalten.[26]
Charles Bell House, Teil des University College London, wird für Lehre und Forschung in der Chirurgie genutzt


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CD Compositions 1979-2014 | Neil Milliken

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