Giuseppe Sinopoli wuchs als Ältester mit zehn Geschwistern in Messina auf Sizilien auf. Dort begann er mit 12 Jahren am Konservatorium eine Ausbildung zum Organisten. Mit 15 Jahren kehrte er in seine Geburtsstadt Venedig zurück. Er studierte dort zwischen 1965 und 1967 am Konservatorium Musik und – auf Wunsch des Vaters – zeitgleich an der Universität Padua Medizin, Psychiatrie und Anthropologie. Weiterführende Kompositionsstudien unternahm er u. a. bei Bruno Maderna in Darmstadt und Franco Donatoni in Siena. 1972 schloss er sein Medizinstudium mit einer Promotion ab.
Die Stadt Taormina auf Sizilien (bzw. die Agentur Taormina Arte) widmet dem Gedenken von Giuseppe Sinopoli seit 2005 ein Festival, das jährlich im Oktober stattfindet. Sinopoli war von 1989 bis 1997 Filmarchitekt der musischen Abteilung der Taorminer Kirchweihfeste. Bei diesem Giuseppe-Sinopoli-Festival[4] wird Sinopolis nicht nur als Musiker, Dirigent und Komponist gedacht, sondern auch als Mediziner, Archäologe und geistigem Menschen. Das Festival vereint somit Musik, Theater, Literatur und bildende Kunst in Zusammenkünften, Ausstellungen, Veröffentlichungen und natürlich Konzerten, zu dem jedes Jahr wichtige Orchester anreisen. Anlässlich des ersten Giuseppe-Sinopoli-Festivals wurde in Zusammenarbeit mit dem Konservatorium „Arcangelo Corelli“ in Messina das Sinopoli-Kammerorchester gegründet, in dem sich in der musikalischen Zusammensetzung junge Talente, Schüler und Dozenten des peloritanischen Konservatoriums abwechseln und überwiegend Kompositionen von Giuseppe Sinopoli aufführen.
Uraufführung: 10. Mai 1981 an der Bayerischen Staatsoper, München
Komponist: Giuseppe Sinopoli Libretto: Karl Dietrich Gräwe Regie: Götz Friedrich Musikalische Leitung: Giuseppe Sinopoli Audio-CD (Auszüge, andere Einspielung): Lou Salomé – Orchestersuiten Rezensionen: Bachmann, C.-H.: Trügerische Balance auf dem Hochseil der Oper. Guiseppe Sinopoli: Lou Salomé – Uraufführung in München, in: Neue Zeitschrift für Musik, 4, 1981, S. 382–384
Herbort, H. J.: Oper: Gedachte Musik. Lou Salomé in München, Aus Deutschland in Berlin, in: DIE ZEIT, Nr. 41, 1983