Category Archives: ÜbersetzerDocs

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Giorgos Chimonas

Giorgos Chimonas (Kavala , 17. März 1938 – Paris , 27. Februar 2000) war ein griechischer Prosaschriftsteller, Übersetzer und Psychiater, der in den 1960er Jahren auf dem Gebiet der griechischen Literatur bekannt wurde und sich einen Namen machte .

Giorgos Himonas wurde 1938 in Kavala geboren und wuchs in Thessaloniki auf . Dort studierte er 
Medizin . Er setzte sein Studium in Paris fort und spezialisierte sich dort auf Psychiatrie und 
Neurolinguistik . Nach Abschluss seines Studiums kehrte er nach Griechenland zurück und lebte in 
Athen . 

1960 veröffentlichte er sein erstes Buch mit dem Titel Peisistratos . Er beschäftigte sich mit Prosa, Übersetzungen und dem Verfassen von Essays. Er war mit der Dramatikerin Loula Anagnostaki verheiratet 
und zusammen hatten sie einen Sohn, den Schriftsteller Thanasis Heimonas. Er starb am 27. Februar 2000 in Paris im Alter von 61 Jahren. Er wurde auf dem Ersten Athener Friedhof begraben .

Seine Schriften erforschen auf psychoanalytische Weise die inneren Aspekte des Bewusstseins und zeichnen sich durch ihren modernen Schreibstil sowie durch viele aus dem Anti-Roman übernommene Elemente aus, wie etwa einen flachen Schreibstil oder das Fehlen von Dialogen. Professor 
Linos Politis sagt über ihn , er sei „ein Autor, der nicht leicht zu durchschauen ist“.

https://el.wikipedia.org/wiki/%CE%93%CE%B9%CF%8E%CF%81%CE%B3%CE%BF%CF%82_%CE%A7%CE%B5%CE%B9%CE%BC%CF%89%CE%BD%CE%AC%CF%82

https://www.hartismag.gr/hartis-30/afierwma/o-giwrgos-xeimwnas-metaxy-monternismoy-kai-metamonternoy

TV ERT Beitrag

https://eratobooks.gr/etiketes/productslist/%CE%B3%CE%B9%CF%8E%CF%81%CE%B3%CE%BF%CF%82-%CF%87%CE%B5%CE%B9%CE%BC%CF%89%CE%BD%CE%AC%CF%82

Es besteht meiner Meinung nach kein Zweifel daran, dass Giorgos Himonas den reinsten und zugleich schärfsten modernistischen Geist der modernen griechischen Prosa verkörpert. Seine wilde Fantasie, seine fragmentarische Syntax, seine gebrochenen Worte, der unaufhörliche, traumhafte Fluss seiner Sätze, aber auch sein paranoider, wahnsinniger oder sogar von Natur aus aphasischer Ausdruck. Sie prägen sein Werk vom ersten Moment bis zur letzten Seite und unterlaufen dabei nicht nur zahlreiche Erzählkonventionen, sondern begründen auch eine permanente und tiefgreifende literarische Experimentierfreude seinerseits.
[2] Aus welchem Blickwinkel wir sein Werk auch betrachten und wie wir seine Sprache, seine Bilder und seine menschlichen Formen auch verstehen, Heimonas ist ein überzeugter Modernist, der die Dinge einer vielfachen Bewährungsprobe unterzieht: von der Überwindung der Abfolge, des rationalen Ausdrucks und der geregelten (allgemein akzeptierten und erkennbaren) Bedeutung bis hin zur Störung der induktiven Ordnung, aber auch der Freisetzung des Unbewussten mit der daraus resultierenden Verlagerung und Bestattung des Subjekts. Es gibt sicherlich nicht viele Prosaautoren im Nachkriegsgriechenland, die sich so leidenschaftlich an die Vorgaben des Formalismus halten. Himonas verwandelt seine Texte in einen Spiegel seiner Schreibwerkstatt und achtet darauf, alle Materialien auf eine frei schwebende Bahn zu bringen. Metaphorische Transzendenzen und historische Referenzen, wahnhafte Monologe und eine innere Konzentration, die mit den Reden und Redewendungen anderer beladen ist (auf ein Ego, das von archaischen Leidenschaften und mystischen Ängsten oder Visionen entflammt ist), unaufhörliche Umkehrungen und Rückfälle einer stets prätentiösen Handlung, unerwartete (imaginäre und apokalyptische) Explosionen einer offensichtlich diffusen und durchlöcherten Handlung, überraschende Metonymien sowie Spiele blendender Spiegelungen durch die intensive Verflechtung von Identitäten und Heteroidentitäten lassen Heimonas‘ Prosa einer einsamen Insel im weiten Meer ähneln, einem literarischen Akt, der mit einem unnachgiebigen Kampf identifiziert wird – dem Kampf, jede Regelmäßigkeit der Bedeutung zu beseitigen, ihre Rezeption und Akzeptanz jeglicher Legitimation zu entziehen. Und eine solche Haltung hat natürlich zur Folge, dass das Schreiben als Begriff ohne jegliche Genre-Kennzeichnung entsteht und seine Funktion übernimmt, als ein völlig reduziertes und zugleich autonomes Mittel zur Untersuchung der Bedingungen der Produktion und Schaffung von Kunst in einem Regime der vollständigen Infragestellung.


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Pavlos Nirvanas

Pavlos Nirvanas (griechisch Παύλος Νιρβάνας, * 1866 in MariupolRussisches Kaiserreich; † 28. November 1937 in AthenGriechenland) war ein griechischer Schriftsteller, der mit bürgerlichem Namen Petros K. Apostolidis hieß.

Nirvanas’ Vater stammte aus Skopelos, die Mutter aus Chios. Als Kind übersiedelte Pavlos Nirvanas aus seiner damals russischen Geburtsstadt nach Griechenland und wohnte fortan in Piräus. Er studierte an der Universität Athen Medizin und beendete sein Studium 1890. Er trat in den Dienst bei der Marine ein und brachte es bis zum Oberarzt (γενικός αρχίατρος). 1922 schied er aus dem Dienst aus. Er betätigte sich außerdem als Journalist und war ab 1928 Mitglied der Akademie von Athen. Obgleich selbst nicht auf Skopelos geboren, betrachtete er die Ägäis-Insel zeitlebens als seine Heimat.

https://www.youtube.com/watch?v=oCW4O7uO0BI
In einem Dorf auf der Peloponnes, an den Hängen des Berges Helmos, lebt Astero, die geliebte Tochter von Lord Mitros, die sich in seinen Sohn Thymios verliebt. Der Großvater Mitros beschließt jedoch, seinen Sohn mit dem reichen Tselingo-Mädchen Maro und Astero mit dem reichen Landbesitzer Thanos zu verheiraten. Auch Frau Stamatina trägt mit ihren Machenschaften dazu bei. An ihrem Hochzeitstag verliert Astero jedoch den Verstand und rennt weg, während Thymios fortgeht und nach ihr sucht. Thymios‘ Vater ist voller Reue, besonders als die Ältesten des Dorfes ihn daran erinnern, dass er alles, was er geschaffen hat, dem Asteros-Anwesen verdankt, das er ausgebeutet hat …

Pavlos Nirvanas beschäftigte sich mit fast allen Genres der Literatur: er schrieb ErzählungenDramenGedichteEssays, Kritiken, RomaneSatiren und zeitgeschichtliche Texte; außerdem trat er als Übersetzer in Erscheinung. Den ersten Gedichtband veröffentlichte er 1884. Von literaturhistorischer Bedeutung sind im Werk Nirvanas‘ jedoch weniger die Gedichte, sondern die Fülle des Werks an sich und bestimmte einzelne Werke, etwa die Sprachliche Autobiographie (Γλωσσική Αυτοβιογραφία) aus dem Jahr 1905, in der Nirvanas Stellung zum griechischen Sprachstreit bezieht.

In Ich-Erzählung beschreibt er den Werdegang eines jungen Mannes, der immer mehr der Faszination der Hochsprache erliegt und zum extrem attikisierenden Gelehrten aufsteigt. Auch wenn seine gelehrten Reden nur von wenigen verstanden werden, so wird er doch ob seiner Ausdrucksfähigkeiten bewundert. Erst die Begegnung mit einigen schönen Mädchen aus dem Volk lassen ihn an seinem sprachlichen Weltbild zweifeln, denn statt ῥῖνες (rínes), ὄμματα (ómmata), ὦτα (óta) und χεῖρες (chíres) – im Deutschen etwa: Häupter, Antlitze, Gesichtserker … – sieht er im Geiste plötzlich nur noch ihre zarten μύτες (mýtes), μάτια (mátja), αυτιά (aftjá) und χέρια (chérja) – ganz „natürliche“ Nasen, Augen, Ohren und Hände – und wendet sich in der Folge vom Wahn der Hochsprache ab.

Pavlos Nirvanas wurde 1923 für sein literarisches Werk ausgezeichnet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pavlos_Nirvanas


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Christian Wilhelm Schenk

Christian Wilhelm Schenk (* 11. November 1951 in BrașovVolksrepublik Rumänien) ist ein deutscher ArztLyrikerEssayistÜbersetzer und Verleger aus der Gruppe der Siebenbürger Sachsen.

Christian W. Schenk wuchs in einer kleinen Bergwerkssiedlung nahe Brașov auf und wurde dreisprachig (deutsch, ungarisch und rumänisch) erzogen. Sein Vater ist Deutscher, seine Mutter Ungarin.

Ende der 1950er Jahre wagte er erste lyrische Versuche, denen 1961 die erste Veröffentlichung folgte: ein Gedicht in der Kinderzeitschrift Luminița (Bukarest) unter der Obhut des rumänischen Dichters Tudor Arghezi. Dieser war von 1959 bis 1965 sein Mentor. Sein zweiter Mentor war von 1964 bis 1969 der siebenbürgische Dichter Vasile Copilu-Cheatră.

Die Grundschule besuchte er in seiner Heimatsiedlung von 1958 bis 1962 und in Wolkendorf von 1962 bis 1966. Das Gymnasium absolvierte Schenk in Zeiden mit Unterbrechungen von 1971 bis 1973. Zwischenzeitlich schlug er sich mit Gelegenheitsarbeiten wie Filmvorführer, Weber oder Lohnarbeiter durch. 1974 holte er das Abitur nach.

1976 verließ Schenk Rumänien und wanderte nach Deutschland aus. Hier musste er in Wiehl im Oberbergischen Land erneut das Abitur ablegen, um die Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland zu erlangen. Von 1977 bis 1980 absolvierte er zunächst in Koblenz eine Ausbildung als Zahntechniker und studierte anschließend von 1980 bis 1986 Medizin/Zahnmedizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1985 promovierte als Doktor in Medizin, an der gleichen Universität mit dem Thema „Zur Situation der Schwerbehinderten im Erwerbsleben“. Von 1986 bis 1988 absolvierte Schenk die Pflichtjahre für die Kassenzulassung in Lünen, ab 1988 war er in eigener Praxis, in Kastellaun tätig. Heute lebt Schenk in Boppard.

1986 protestierte Schenk als Chefredakteur der viersprachigen Zeitschrift „Rumänische Konvergenzen“, deren Chefredakteur er von 1984 bis 1986 war, gegen die als „Urbanisierungspläne“ bezeichneten Demolierungen ganzer Städte und Kulturobjekte unter dem Diktator Nicolae Ceaușescu. Daraufhin wurde er in Rumänien zur „persona non grata“ erklärt, verbunden mit dem lebenslangen Verbot, das Land zu betreten. Er schrieb und übersetzte weiter, fand allerdings nur im Westen und in der Diaspora Resonanz. Nach 1989 wurde er rehabilitiert. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen von der damaligen Regierung, beispielsweise die Präsidentialurkunde.

Durch seine Mitgliedschaften im Verband deutscher Schriftsteller, im Rumänischen Schriftstellerverband, in der Union Mondiale des Écrivains Médecins, der American Romanian Academy of Arts and Sciences (ARA), im Rumänischen Schriftstellerverband der Ärzte, an der Akademie der Wissenschaften, Literatur und Kultur im Bihor, in der Hesperus-Gesellschaft, im Balkanromanisten-Verband und in der Süd-Ost-Europa-Gesellschaft bemüht sich Schenk seit Jahrzehnten, die Ost-West-Kulturbeziehungen zu vertiefen. Dieser Aufgabe widmet sich auch der von ihm gegründete Dionysos Literatur- und Theaterverlag (Kastellaun).

Für besondere Verdienste um die Ost-West-Kulturbeziehungen und für das eigene Schaffen wurde Schenk im Jahr 2000 von der Universitätsstadt Cluj-Napoca (Klausenburg) als Ehrenbürger und 2006 als „Ritter des danubischen Ordens“ in Galați an der Donau vorgeschlagen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Christian_W._Schenk

https://www.youtube.com/@dr.christianw.schenk9101/featured

https://www.linkedin.com/in/dr-christian-w-schenk-9921182b/?originalSubdomain=de


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Gilberto Lacchia

Gilberto Lacchia ist professioneller ÜbersetzerDoc

Mai 2010 – Prüfung in Chinesisch (neu HSK Stufe 4 – European CEF level B2) Punkte 201
Mai 2009 – Prüfung in Chinesisch – Elementarstufe HSK (HSK Basic) Punkte 173 (B)
2009-2010 Chinesisch-Sprachkurs (elementary), www.guavatalk.com)
2008-2009 Chinesisch-Sprachkurs (basic)German Language Study (Deutsch Institut, Via Cerino Zegna, 14 BIELLA (BI) Tel/Fax +39-015-20.307) Deutsch Zertifikat (Deutsch Institut)
Deutsch Diplom (Deutsch Institut)
Zertifikat Deutsch (Goethe Institut) – 292/300
1992 – Test of English as Foreign Language – TOEFL (593/677)
1992 – Foreign Medical Graduates Examination in Medical Sciences (FMGEMS) (it includes an English language examination)
1992 – GMC Full Registration as a Medical Practitioner
1989 – Medical Degree at the University of Turin
1981 – Scientific High School Diploma (56/60) (English language and literature being subject of the examination)

http://www.gilbertolacchia.it

http://www.gilbertolacchia.it/cv_de.htm


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Nadeem Elyas

Nadeem Elyas (arabisch نديم إلياس, DMG Nadīm Ilyās; * 1. September 1945 in Mekka) ist ein saudi-arabischer Islamwissenschaftler und Mediziner. Er war in den Jahren von 1994 bis 2006 Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland.

Elyas ist sunnitischer Muslim hanafitischer Ausrichtung. Elyas verließ 1964 Saudi-Arabien, studierte in Deutschland Medizin und Islamwissenschaft und praktizierte als Gynäkologe. Er lebt in Eschweiler (Nordrhein-Westfalen), ist verheiratet und hat vier Kinder, darunter den Comedian Ususmango, der bekannt wurde als Teil des Comedy-Ensembles RebellComedy.

Er war Generalsekretär der Union Muslimischer Studenten-Organisationen in Europa und Sprecher des vom Verfassungsschutz beobachteten[2][3] Islamischen Zentrums Aachen, ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Islamischen Kooperationsrats in Europa und Partner in Arbeitskreisen und Beiräten, wie dem Islamisch-christlichen Arbeitskreis, dem Interkulturellen Rat oder dem Runden Tisch der Religionen. Zwischen 1993 und 1996 bildete er seinen späteren Nachfolger Aiman Mazyek bei dessen Islamstudien aus.[4] Die „Islamische Charta“[5] – eine Grundsatzerklärung des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD) zur Beziehung der Muslime zum Staat und zur Gesellschaft – wurde unter seinem Vorsitz der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Entführungsfall um die deutsche Archäologin Susanne Osthoff bot sich Elyas 2005 für einen Austausch gegen die Geisel an.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nadeem_Elyas

https://zentralrat.de/3873.php

Dr. Nadeem Elyas

Geboren 1945 in Mekka, Saudi Arabien, seit 1964 in Deutschland
Medizinstudium in Frankfurt, Facharztausbildung in Frauenheilkunde,
Geburtshilfe und Zytologie in Bad Soden, Krefeld und Aachen
Parallelstudien in Islamwissenschaften

Funktionen:
Ehemaliger Vorsitzender des “Zentralrat der Muslime in Deutschland” (ZMD) seit 1995 und langjähriger Sprecher des Vorgremiums “Islamischer Arbeitskreis in Deutschland”
Ehemaliger Generalsekretär der “Union Muslimischer Studenten Organisation in Europa” (UMSO)
Ratsmitglied des Islamischen Zentrums Aachen (IZA)
Gründungs- und Vorstandsmitglied des “Islamischen Kooperationsrates in Europa”
Initiator vom bundesweiten “Tag der offenen Moschee”
Generalkommissar des ISLAMPAVILLONs auf der EXPO 2000 in Hannover

Mitglied des Interkulturellen Rates in Deutschland
Mitglied des Unterstützerkreises vom “Bündnis für Demokratie und Toleranz” und Mitglied im “Bündnis für Toleranz und Zivilcourage”
Mitglied im “Forum gegen Rassismus” und “Netz gegen Rassismus”

Mitglied des Beirates zur Überwindung von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Gewalt – Arbeitsgemeinschaft (Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK)
Mitglied des Ökumenischen Vorbereitungsausschusses zur Woche der ausländischen Mitbürger
Mitinitiator und Mitglied des Mainzer “Runden Tisches der Religionen”
Mitglied des Gesprächskreises “Christen und Muslime” beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken
Mitbegründer der “Abrahamischen Foren in Deutschland”


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Al-Kindi

Abū (Yūsuf) Yaʿqūb ibn Ishāq al-Kindī (arabisch أبو يوسف يعقوب بن إسحاق الكندي, DMG Abū Yūsuf Yaʿqūb bin Isḥāq al-Kindī),[1] kurz al-Kindī, deutsch auch Alkendi, latinisiert Alkindus (* um 800 in Kufa; † 873 in Bagdad), war ein arabischer PhilosophWissenschaftlerMathematikerArztMusiker und Schriftsteller.

Philosophiegeschichtlich wichtig ist er – neben eigenen Beiträgen – auch wegen seiner Übersetzungstätigkeit. Im Haus der Weisheit in Bagdad ließ er zahlreiche Schriften u. a. von AristotelesPlatonAlexander von Aphrodisias und Johannes Philoponos ins Arabische übersetzen. Besonders Aristoteles’ naturphilosophische Schriften wurden von ihm rezipiert. Seine Abhandlung Über den Intellekt wurde über Jahrhunderte von arabischen und lateinischen Intellektuellen breit rezipiert. Auch theologische Debatten wurden von seinen Konzepten beeinflusst.

Die erste Seite al-Kindīs Manuskript über die Kryptanalyse

Abū Yaʿqūb ibn Ishāq al-Kindī (vom Stamme der Kinda) war arabischer Abstammung und wurde von seinen vielen nichtarabischen Genossen und Kollegen deshalb „der arabische Philosoph“ genannt. Er selbst führt seinen Stammbaum auf die alten Kinda-Fürsten zurück, was nicht nachweisbar ist, aber darauf hindeutet, dass er aus einer wohlhabenden Familie stammte. Er wurde um 800 in Kufa geboren, wo sein Vater Statthalter war. Der erwähnte Reichtum seiner Ahnen führte einerseits zu einem sehr gebildeten und bewanderten Stamm, wovon al-Kindī in seiner Ausbildung profitierte, als auch später zu der Möglichkeit, sehr viele Übersetzer beschäftigen zu können. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in Bagdad, das damals das kulturelle Zentrum der islamischen Welt war und es ihm ermöglichte, sich mit den verschiedensten Kulturen und Lehren auseinanderzusetzen. So gilt er auch als einer der ersten großen „Übersetzer“, da er einen Großteil des Werkes von AristotelesPlaton und des Neuplatonismus übersetzen ließ. Al-Kindī selbst baute darauf seine eigenen Werke auf. Er hatte Zugang zum Hof des Kalifen, auch wenn nicht überliefert ist, in welcher Stellung. Zeitweise dürfte er auch in Ungnade gefallen sein, seine Bibliothek war eine Zeit lang konfisziert und das Fehlen seiner genauen Geburts- und Todesjahre deutet darauf hin, dass er in untergeordneter Stellung gestorben sein dürfte.

Bekannt war er aber nicht nur als Philosoph, sondern auch als Arzt, medizinischer Schriftsteller[2] und Pharmakologe[3] (von Alchemie hingegen hielt er wenig), AstrologeMathematikerPhysikerGeograph und Prinzenerzieher am Hofe al-Ma’mūns. Lange Zeit galt er auch als Theologe, vor allem wegen seiner Versuche, Philosophie und Religion zu einen. Tatsächlich stand er der mu’tazilistischen Schule sehr nahe – oder eher diese ihm, da sie als rationalistisch orientierte Islam-Schule bekannt ist. Al-Kindī starb vermutlich um das Jahr 870 herum. In der Forschung variieren die entsprechenden Annahmen von 866 über „nach 870“ bis 873.[4]

Fälschlicherweise wurde al-Kindī auch der von Petrus von Toledo übersetzte, dem 9. Jh. entstammende fiktive Dialog „Apologie des al-Kindī“ zugeschrieben, in dem der Christ ʿAbd al-Masīḥ ibn Isḥāq al-Kindī in polemisch-apologetischem Stil das Christentum verteidigt. Aufgrund dieser Zuschreibung stand dieser Dialog in hohem Ansehen

https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Kind%C4%AB

https://en.wikipedia.org/wiki/Al-Kindi


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Rhazes

Abū Bakr Muḥammad bin Zakaryā ar-Rāzī (arabisch أبو بکر محمد بن زکریا الرازی;[1] kurz ar-Rāzī, in der westlichen Welt bekannt unter dem gräzisierten Namen Rhazes (auch Razes und Rhases) oder Rasis; * um 865 in Rey; † um 925 ebenda)[2] war ein persischer Arzt, arabisch publizierender Verfasser eines umfangreichen Sammelwerks der klinischen Medizin, Naturwissenschaftler, Übersetzer, Philosophislamischer Religionskritiker und Alchemist.

Bevor er Arzt wurde, hatte sich Rhazes mit Musiktheorie und Chemie beschäftigt. Außerdem hatte er Medizin, wahrscheinlich auch Philosophie, bei Raban al-Tabri studiert. Er leitete ein Krankenhaus in Rey und übernahm später eine entsprechende Stelle in Bagdad.

Anders als der ebenfalls als Arzt tätige Philosoph al-Kindī, dessen naturphilosophische Schriften er studiert hatte, war Rhazes auch Alchemist, während ihn mathematischlogische Fragen weniger interessierten.

Er wurde als Autor zahlreicher medizinischer Bücher bekannt, die sehr lange zum Medizinstudium benutzt wurden. Als einer der ersten konzentrierte er sich auf die psychischen Seiten der Medizin und der Heilung und dachte sich das Verhältnis von Leib und Seele als von der Seele bestimmt. Ein Mediziner sollte seiner Meinung nach auch ein guter „Seelenarzt“ sein.

al-Razi in his laboratory (orientalist painting by Ernest Board, c. 1912)

Außerdem schätzte er das „tausendjährige Wissen der Bücher“ weit mehr als vergleichsweise kurzfristige Schlüsse erfahrungsarmer Logiker und eine darauf aufbauende Philosophie. Da er sehr viele Experimente machte und fast alle seine Aussagen, vor allem in der Medizin, selbst erprobte, gilt er als großer Empiriker.

Rhazes beschrieb eine Methode zur Leichenkonservierung, die im Mittelalter auch in Europa bekannt wurde und die sich, mit nachträglichen Verbesserungen, bis Ende des 18. Jahrhunderts halten konnte. Seine Methode beruhte im Wesentlichen auf der Entfernung der Eingeweide, dem Waschen der Körperhöhlen mit Essig und Weingeist sowie dem Ausfüllen des Leichnams mit aromatischen Pulvern und konservierenden Salzen.[3]

Depiction of al-Razi in a 13th-century manuscript of a work by Gerard of Cremona

Sein Leben verbrachte er in Rey, wo er geboren wurde und auch starb, und zeitweise in Bagdad. Als Arzt war er sehr gefragt. Er wirkte unter anderem am samanidischen Fürstenhof.[4] Auf dem Gebiet der Philosophie war er zwar viel rezipiert, aber fast nur abgelehnt worden, weshalb seine Schriften kaum erhalten sind und nur durch die polemischen Antworten seiner Konkurrenten rekonstruiert werden können. Sein philosophisches Interesse galt drei Dingen: der Metaphysik, der Erkenntnislehre und der Ethik.

al-Razi examining a patient (miniature painting by Hossein Behzad, 1894–1968)

Er predigte zwar ein mehr oder weniger asketisches Leben, lebte es aber selbst wenig. Dies wurde ihm meist als Kritik vorgeworfen; er rechtfertigte sich aber in seinem Werk „Die philosophische Lebensweise“ kurz vor Ende seines Lebens dafür. Abgelehnt wurde er von anderen Philosophen, vor allem aber von den islamischen Gelehrten. Rhazes war ein Kritiker der Offenbarungsreligionen. Er hatte daher viele Feinde unter den konservativen Religionsgelehrten, was dazu führte, dass er seine Position in Bagdad aufgab.

Rhazes war danach der Direktor des Krankenhauses in Rey; diesen Posten sollte er schließlich wegen seiner theologie- und prophetenkritischen Werke verlieren. Er starb vermutlich 925 (nach anderen Quellen 932[5]) als verarmter Mann in der Wohnung seiner Schwester in Rey.

Namensgebung:

Das heutige Razi-Institut in Karadsch und die Razi-Universität in Kermanschah wurden nach ihm benannt. Jedes Jahr am 27. August wird im Iran ein „Razi-Tag“ („Apothekertag“) begangen.[72]

Im Juni 2009 schenkte der Iran dem Büro der Vereinten Nationen in Wien einen „Gelehrtenpavillon“ (Chartagi), der sich heute auf dem zentralen Gedenkplatz des Vienna International Center befindet.[73] Der Pavillon zeigt die Statuen von al-Razi, Avicenna, Abu Rayhan Biruni und Omar Khayyam.[74][75]

George Sarton bezeichnete ihn als „größten Arzt des Islam und des Mittelalters“.

Stained-glass window depicting al-Razi (Princeton University Chapel, c. 1924–1928)
Statue in Teheran

https://de.wikipedia.org/wiki/Rhazes

https://en.wikipedia.org/wiki/Abu_Bakr_al-Razi


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Werner Bartens

Werner Bartens (* 11. Juli 1966 in Göttingen) ist ein deutscher ArztHistorikerWissenschaftsjournalist und Sachbuchautor.

Werner Bartens wurde als zweites Kind von Werner Bartens und dessen Frau Luise, geb. Marienhagen, in Göttingen geboren und wuchs in Niedernjesa auf. Er besuchte die Grundschule in Reinhausen und anschließend das Hainberg-Gymnasium in Göttingen, an dem er 1985 das Abitur ablegte. Anschließend studierte Bartens von 1985 bis 1993 MedizinGeschichte und Germanistik an den Universitäten GießenFreiburgMontpellier und Washington D.C. Im Herbst 1988 absolvierte er eine Famulatur in der Notfallambulanz am Royal Infirmary in Cardiff (Wales); 1991 folgten Famulaturen an der Universitätsklinik Freiburg, am Urbankrankenhaus in Berlin und in der Kardiologie am Rehazentrum Bad Krozingen. 1992 legte er das US-amerikanische Staatsexamen in Medizin ab und war anschließend Forschungsstipendiat an den National Institutes of Health in Bethesda (Maryland).

1993 legte er an der Universität Freiburg auch das deutsche Staatsexamen in Medizin ab und wurde dort im selben Jahr bei Christoph Wanner mit einer Arbeit über Fettstoffwechselstörungen bei nephrotischem Syndrom unter besonderer Berücksichtigung des Lipoproteins(a) promoviert. In Freiburg folgte 1995 auch das Magisterexamen in Geschichte und Germanistik mit einer von Gerd Krumeich betreuten Arbeit über Rassentheorien im 19. und 20. Jahrhundert.[1] Nach ärztlichen Tätigkeiten an den Universitätskliniken Freiburg und Würzburg Stipendiat am Max-Planck-Institut für Immunbiologie in der Arbeitsgruppe des Nobelpreisträgers Georges Köhler. Ab 1997 arbeitete Bartens als Buchautor, Übersetzer, freier Journalist und Redakteur für die Süddeutsche ZeitungDie ZeitFrankfurter Allgemeine Zeitungdie tageszeitung und die Badische Zeitung. Seit 2005 ist er als Redakteur im Wissenschaftsressort der Süddeutschen Zeitung tätig, seit 2008 als Leitender Redakteur.

Neben seiner journalistischen Tätigkeit veröffentlichte er zahlreiche Bücher mit einer Gesamtauflage von 1 Million Exemplaren, die bisher in 14 Sprachen übersetzt wurden. Einige von ihnen wie z. B. KörperglückDas Ärztehasser-Buch oder Das Lexikon der Medizin-Irrtümer entwickelten sich innerhalb kurzer Zeit zu Bestsellern und standen teilweise monatelang auf den Bestsellerlisten. Für seine Publikationen wurde er mit zahlreichen Journalistenpreisen ausgezeichnet, mehrfach als Wissenschaftsjournalist des Jahres.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er auch durch Auftritte in Talkshows im deutschen und österreichischen Fernsehen bekannt.

Bartens lebt in der Nähe von München.

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