Charles Bell

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Charles Bell

Sir Charles Bell (* 12. November 1774 in Doun in Monteath/Edinburgh; † 28. April 1842 in Hallow Park/Malvern Hills bei Worcester) war ein schottischer Chirurg, Anatom, Physiologe, Neurologe, Künstler und philosophischer Theologe. Er ist bekannt für die Entdeckung des Unterschieds zwischen sensorischen und motorischen Nerven im Rückenmark. Er ist auch für die Beschreibung der Bell-Lähmung bekannt.

Charles Bell wurde am 12. November 1774 in Edinburgh als vierter Sohn von Reverend William Bell, einem Geistlichen der Episkopalkirche von Schottland, geboren. Sein Vater starb 1779, als er fünf Jahre alt war. Seine Mutter hatte daher einen besonderen Einfluss auf sein frühes Leben und brachte ihm Lesen und Schreiben bei. Darüber hinaus förderte seine Mutter Charles‘ künstlerische Begabung, indem sie ihm regelmäßigen Zeichen- und Malunterricht bei David Allan, einem bekannten schottischen Maler, finanzierte.

The Maniac – Charles Bell

Während seines Studiums besuchte Bell die Vorlesungen von Dugald Stewart zur spirituellen Philosophie. Diese Vorlesungen hatten großen Einfluss auf Bell, denn einige von Stewarts Lehren finden sich in Bells späteren Werken in einer Passage seiner Abhandlung über die Hand wieder.[1] Zusätzlich zu den Anatomiekursen belegte Bell einen Zeichenkurs, um seine künstlerischen Fähigkeiten zu verfeinern.

Während Bell seine Fähigkeiten als Chirurg entwickelte, interessierte er sich auch für ein Gebiet, das Anatomie und Kunst verband. Sein künstlerisches Talent zeigte sich, als er seinem Bruder half, ein vierbändiges Werk mit dem Titel „Die Anatomie des menschlichen Körpers“ fertigzustellen. Charles Bell verfasste und illustrierte die Bände 3 und 4 1803 vollständig und veröffentlichte 1798 und 1799 seine eigenen Illustrationen in einem System von Sektionen.[6] Darüber hinaus nutzte Bell seine klinische Erfahrung und sein künstlerisches Auge, um sein Hobby zu entwickeln, interessante medizinische Fälle in Wachs zu modellieren. Er baute eine umfangreiche Sammlung auf, die er sein Anatomisches Museum nannte. Einige Stücke davon sind noch heute in der Surgeon’s Hall zu sehen.

Eine Reihe von Entdeckungen erhielt seinen Namen:

Bellscher Nerv (äußerer Atemnerv): Der lange Brustnerv.
Bell-Lähmung: Eine einseitige idiopathische Lähmung der Gesichtsmuskulatur aufgrund einer Läsion des Gesichtsnervs.
Bell-Phänomen: Ein normaler Abwehrmechanismus – eine Aufwärts- und Auswärtsbewegung des Auges, die auftritt, wenn eine Person die Augen gewaltsam schließt. Klinisch ist dies bei Patienten mit einer Lähmung des Musculus orbicularis oculi (z. B. Guillain-Barré-Syndrom oder Bell-Lähmung) erkennbar, da das Augenlid beim Versuch, das Auge zu schließen, angehoben bleibt.[24][25]
Bell-Spasmus: Unwillkürliches Zucken der Gesichtsmuskulatur.
Bell-Magendie-Gesetz oder Bellsches Gesetz: Besagt, dass der vordere Ast der Spinalnervenwurzeln nur motorische Fasern und die hinteren Wurzeln nur sensorische Fasern enthalten.[26]
Charles Bell House, Teil des University College London, wird für Lehre und Forschung in der Chirurgie genutzt


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Friedrich Schiller

Friedrich Schiller, porträtiert von Ludovike Simanowiz im Jahr 1794

Johann Christoph Friedrich Schiller, ab 1802 von Schiller (* 10. November 1759 in Marbach am Neckar; † 9. Mai 1805 in Weimar), war ein deutscher DichterPhilosophHistoriker und Arzt. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen DramatikerLyriker und Essayisten.

Friedrich Schiller war der einzige Sohn eines auch als Wundarzt tätigen württembergischen Offiziers und wuchs mit seinen fünf Schwestern in Schwäbisch GmündLorch und später in Ludwigsburg auf. Dort besuchte er die Lateinschule und begann nach viermaligem Bestehen des Evangelischen Landesexamens am 16. Januar 1773 das Studium der Rechtswissenschaften auf der Karlsschule. Drei Jahre später wechselte er zur Medizin und wurde 1780[1] darin promoviert. Gleich mit seinem Theaterdebüt, dem 1782 uraufgeführten Schauspiel Die Räuber, gelang Schiller ein bedeutender Beitrag zum Drama des Sturm und Drang und der Weltliteratur.

Schiller auf der Flucht mit seinem Freund Andreas Streicher
Schiller als Regimentsarzt 1781/1782, auf einem Gemälde von 
Philipp Friedrich Hetsch
The Schillerhaus in 2009 | Leipzig

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schiller

https://en.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Schiller


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Gideon Mantell

Gideon Algernon Mantell (* 3. Februar 1790 in LewesSussexEngland; † 10. November 1852 in ClaphamSurrey) war ein britischer Arzt, Geologe und Paläontologe, dem zugeschrieben wird, als erster anhand des Studiums von Fossilien erkannt zu haben, dass die Erde in der geologischen Vergangenheit von den riesigen Landreptilien bevölkert wurde, die später unter der Bezeichnung Dinosaurier populär wurden.

Mantells eigene Rekonstruktion von Iguanodon wurde nie von ihm veröffentlicht.

1825 publizierte Mantell seine Notice on the Iguanodon, a Newly Discovered Fossil Reptile, from the Sandstone of Tilgate Forest, in Sussex, die er das erste Mal auf einem Treffen der Royal Society mit Erfolg präsentierte. Als Folge davon wurde er zum Mitglied der Royal Society gewählt und Ehrenmitglied des Institut de Paris. Er wurde außerdem mit der Wollaston-Medaille der Geological Society of London geehrt.

Im Jahre 2000 wurde in Erinnerung an Mantells Entdeckung und seiner Leistungen für die Paläontologie in Whiteman’s Green, Cuckfield, ihm zu Ehren ein Denkmal eingeweiht. Seit 1972 ist er Namensgeber für den Felssporn Mantell Screes im ostantarktischen Coatsland.

Mantell booklet

https://de.wikipedia.org/wiki/Gideon_Mantell

https://en.wikipedia.org/wiki/Gideon_Mantell

Cuckfield Museum

Cuckfield Society

Cuckfield Connections

Mantell Monument


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Friedrich Joseph Laurentius Haass

Friedrich Joseph Laurentius Haass (russisch Фёдор Петрович Гааз/Fjodor Petrowitsch Gaas; * 10. August 1780 in MünstereifelHerzogtum Jülich; † 16. Augustjul. / 28. August 1853greg. in Moskau) war ein deutsch-russischer Mediziner, genannt der „heilige Doktor von Moskau“. Insbesondere betreute er dort über 25 Jahre lang Strafgefangene seelsorgerisch, sozial und medizinisch. Dabei trat er praktisch für eine Humanisierung des Strafvollzugs ein.

Haass, Sohn des Apothekers Peter Haass und Enkel des „Chirurgus auf dem Thurnmarkte“ zu Köln Wilhelm Anton Haass, studierte nach Abschluss der Schule an der unter Napoleon begründeten Ecole Centrale in Köln und an den Universitäten in Jena und Göttingen Germanistik, Philosophie und Medizin. In Göttingen erfolgte seine Promotion zum Doktor der Medizin und Chirurgie. In Wien ließ er sich zum Augenarzt ausbilden. Einer seiner ersten Patienten als Hausarzt der russischen Fürstin Varvara Alekseevna Repnin war deren Vater, der unter einer schweren Augenkrankheit litt.[1] Dieser erkannte Haass’ Begabung und bat den jungen Arzt nach Russland. Dieser erschien 1806 als Fjodor Petrowitsch Gaas in Moskau. Bereits 1807 wurde er zum Chefarzt der renommierten Pawlowskaja Klinik (Pauls-Krankenhaus) ernannt.

Ab 1828 widmete er sich als Mitglied des Moskauer Gefängnisschutzkomitees 25 Jahre lang der Fürsorge um die Gefangenen, die nach Sibirien verbannt worden waren[3]. Er war fest davon überzeugt, dass der Mensch von Natur aus gut sei, weil Gott ihn nach seinem Abbild schuf. Daher sei ein Mensch, der vom rechten Wege abgekommen sei, nichts weiter als ein unglücklicher, kranker Mensch, der nur durch Humanität zu heilen sei. Dieses positive Menschenbild lernte er vor allem durch Franz von Assisi und Franz von Sales kennen, dessen Schriften er zu seinen Lieblingsbüchern zählte, vor allem dessen theologisches Hauptwerk „Abhandlung über die Gottesliebe“. In einem Brief an den Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling vom 31. Dezember 1843 empfiehlt er diesem dringend, die Werke des heiligen Franz von Sales zu lesen. Schelling nennt er darin „meinen geliebten deutschen Lehrer“ und Franz von Sales „meinen geliebten Mentor und Erzieher“. Aus seinem Testament geht hervor, dass Haass im Besitz von Reliquien des heiligen Franz von Sales war, die er einer katholischen Kirche in Irkutsk vermachte.

Gedenktafel für Friedrich-Joseph-Haass am Haus des erzbischöflichen Generalvikariats Marzellenstr. 32 in Köln. Entwurf: Herbert Halfmann, Düren. Höhe 140 cm. Aufgestellt 2002.

1836 setzte er eine Verordnung durch, die schweren Eisenfesseln der Gefangenen durch leichtere, innen mit Leder ausgelegte zu ersetzen, die nicht mehr die Füße der Gefangenen bis auf das Blut durchscheuerten. Die Fesseln tragen den Namen Haass’sche Fesseln. Daran erinnern die überdimensionalen Metallfesseln an seinem Grab. 1841 verfasste er ein ABC der christlichen Sittsamkeit […], das er drucken ließ und an deportierte Straftäter verteilte. 1843 wurde ein später „Alexander-Krankenhaus“ genanntes Polizei-Häftlingskrankenhaus für Obdachlose eröffnet, das durch Haass’ komplettes Privatvermögen und private Spenden finanziert wurde. Während der Choleraepidemie 1848 in Moskau organisierte er zusammen mit der Philanthropin Sofija Stepanowna Schtscherbatowa die Nikolskoje-Gemeinschaft zur Hilfeleistung für Bedürftige. Schwestern dieser Gemeinschaft setzten ihre Tätigkeit während des Krimkrieges fort.[4] Bis zu seinem Lebensende lebte und arbeitete Haass in diesem vom Volksmund auch als „Haass’sches Krankenhaus“ oder „Haassovka“ bezeichnetem Krankenhaus.[5] Ende Juli 1853 erkrankte Haass und verfasste ein ausführliches Testament. Er starb am 16. August 1853 und wurde am 19. August zu Grabe getragen.[6] Zu seiner Beerdigung auf dem Moskauer Wwedenskoje-Friedhof kamen 20.000 Menschen. Der Grabstein ist lateinisch beschriftet und trägt auf Russisch das Haass-Zitat: „Beeilt euch Gutes zu tun“.

  • Anlässlich des 200. Geburtstags des Mediziners gab die Deutsche Bundespost eine Sonderbriefmarke im Wert von 60 Pfennig heraus
  • Die Deutsche Schule Moskau trägt seit 27. Mai 1989 den Namen „Deutsche Schule Moskau – Friedrich Joseph Haass“.
  • Das Deutsch-Russische Forum verleiht seit 1995 jährlich den Dr.-Friedrich-Joseph-Haass-Preis an Personen, die sich um die deutsch-russischen Beziehungen verdient gemacht haben. Preisträger sind z. B. Michail Sergejewitsch GorbatschowEgon Bahr.
  • Der Russe Lew Sinowjewitsch Kopelew, Förderer der Deutsch-Russischen Verständigung und 1947–1954 selbst Strafgefangener im Gulag, der nach seiner Ausbürgerung und bis zu seinem Tod in Köln lebte, schrieb 1984 ein Buch über Haass.
  • Am 16. April 2016 wurde in der Moskauer Helikon-Oper eine Opern-Kollage mit dem Titel Doktor Haas in 11 Episoden uraufgeführt. Komponist war der 27-jährige Alexej Sergumin, das Libretto verfasste die Schriftstellerin Ljudmila Ulizkaja

https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Joseph_Haass

https://en.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Joseph_Haass


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Justinus Kerner

Justinus Andreas Christian Kerner, ab 1850 von Kerner, (* 18. September 1786 in Ludwigsburg; † 21. Februar 1862 in Weinsberg) war ein deutscher Arzt, medizinischer Schriftsteller und Dichter.

Sein Stil wird als schlicht und innig beschrieben, wobei sich in seinen Werken sowohl Wehmut als auch Humor und echte Herzensfrömmigkeit finden. Einige seiner Gedichte sind sehr bekannt, auch als Lieder, etwa Der reichste FürstWanderlied („Wohlauf! Noch getrunken den funkelnden Wein!“) oder Der Wanderer in der Sägmühle, wenn auch oft nicht bewusst ist, dass es sich um Gedichte Kerners handelt. Der Liedzyklus Zwölf Gedichte von Justinus Kerner für Singstimme und Klavier op. 35 von Robert Schumann aus dem Jahr (1840) wird auch heute noch häufig in den Konzertsälen aufgeführt.

Kerners Freude am Grotesken zeigt sich in seinen „Klecksographien“. Quelle dieser Beschäftigung waren die „Tintensäue“, die zuweilen auf die Briefe und Manuskripte des fast erblindeten Dichters fielen. Durch Faltung des Papiers erzeugte er aus den zerdrückten Tintenklecksen abstrakte Zeichnungen, denen er mit ein paar zusätzlichen Federstrichen eine narrative Darstellung zu geben versuchte. Das von ihm aus Klecksographien zusammengestellte „Hadesbuch“ ist in Urschrift im Schiller-Nationalmuseum in Marbach am Neckar erhalten. Der Schweizer Psychoanalytiker Hermann Rorschach benutzte zu Beginn des 20. Jahrhunderts solche „Zeichnungen“ seiner Patienten in dem nach ihm benannten und stets umstrittenen Rorschachtest zur Bestimmung von Wahrnehmungsvermögen, Intelligenz und emotionalen Charakteristika.

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Johann Georg Adam Forster

Johann Georg Adam Forster (* 27. November 1754 in NassenhubenPreußen; † 10. Januar 1794 in Paris) war ein deutscher NaturforscherEthnologeReiseschriftsteller und Revolutionär in der Zeit der Aufklärung. Forster gilt als einer der ersten Vertreter der wissenschaftlichen Reiseliteratur. Daneben trat er auch als ÜbersetzerJournalist und Essayist hervor.

Forster nahm an der zweiten Weltumsegelung James Cooks teil und lieferte wichtige Beiträge zur vergleichenden Länder- und Völkerkunde der Südsee. An Hochschulen in Kassel und Wilna lehrte er Naturgeschichte. Als deutscher Jakobiner und Mitglied des Mainzer Jakobinerklubs gehörte er zu den Protagonisten der kurzlebigen Mainzer Republik. In der englischen Wikipedia-Ausgabe steht, dass er in Halle einen Medizin-Abschluss erworben hat.

Georg Forster jr. beteiligte sich – zumeist als Zeichner und zunächst noch unter Anleitung seines Vaters – an Studien zur Tier- und Pflanzenwelt der Südsee. Beide haben auf dem Gebiet der Botanik viele neue Erkenntnisse gewonnen und eine Vielzahl bis dahin in Europa unbekannter Pflanzen beschrieben, darunter eine Gattung aus der Familie der Phyllanthaceae.[4] Die Pflanzengattung der Forstera aus der Familie der Stylidiaceae wurde nach ihnen benannt. Georg Forsters offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „G.Forst.“.

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Samuel Heinrich Schwabe

Samuel Heinrich Schwabe (* 25. Oktober 1789 in Dessau; † 11. April 1875 ebenda) war ein deutscher Astronom und Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Schwabe“.

Schwabe stammte aus dem Fürstentum Anhalt-Dessau. Er verließ 1806 die Schule, um Apotheker zu werden. Er studierte ab 1809 PharmazieChemieBotanik und Physik in Berlin. 1811 kehrte er nach Dessau zurück, um die Apotheke seines Großvaters zu übernehmen. Nach dem Verkauf der Apotheke (1829) widmete Schwabe sich nun ausschließlich den Naturwissenschaften. Ab 1830 lebte er im Schwabehaus.

Im Jahre 1825 begann er sich für die Astronomie zu interessieren. Er entdeckte 1843 die elfjährige Sonnenfleckenperiodizität, ging damals allerdings von einer Periode von 10 Jahren aus. Nach ihm wurde daher der Schwabe-Zyklus benannt. Durch frühere Veröffentlichungen wurde Alexander von Humboldt auf ihn aufmerksam und besuchte Schwabe 1833 in seinem Observatorium. Mit Fleiß und Ausdauer begründete er als Amateur mit seiner 15-jährigen Beobachtungsreihe die moderne Sonnenforschung in Deutschland.

1838 veröffentlichte er die Flora Anhaltina, ein umfassendes Werk über die Pflanzenwelt seines Heimatlandes Anhalt. Bemerkenswert ist auch sein Herbarium mit Pflanzen von seinen Auslandsreisen und aus den Dessauer Parkanlagen.

Im Jahre 1841 heiratete er Ernestine Amalie Moldenhauer.

1857 erhielt er die Goldmedaille der Royal Astronomical Society.[1] 1868 wurde er zum auswärtigen Mitglied der Royal Society gewählt.[2] Nach ihm ist der Mondkrater Schwabe benannt.

Schwabehaus

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Deutsches Ärzteblatt

www.SchwabeHaus.de


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Heinrich Wilhelm Olbers

Heinrich Wilhelm Matthias Olbers (* 11. Oktober 1758 in Arbergen bei Bremen; † 2. März 1840 in Bremen) war ein deutscher Astronom und Arzt. Er entwickelte Methoden zur Bahnbestimmung von Himmelskörpern, entdeckte die Asteroiden Pallas und Vesta sowie sechs Kometen und formulierte das Olberssche Paradoxon.

Infolge der napoleonischen Kriege geriet Norddeutschland Anfang des 19. Jahrhunderts unter französische Herrschaft. Olbers wurde 1811 zum Mitglied des Corps législatif, der gesetzgebenden Versammlung in Paris, ernannt. In der Folgezeit reiste Olbers dreimal nach Paris, um das Département der Wesermündungen zu vertreten. Dort machte er die persönliche Bekanntschaft von Napoléon Bonaparte.

Nach Olbers benannte Schiffe

Olbers war außerdem der Name verschiedener Segelschiffe: Eine in Archangelsk gebaute Fregatte wurde 1829 von F. C. Delius & Co. in Bremen erworben und 1837 abgewrackt. Ein 1838 in Grohn gebauter Segler des gleichen Eigners, das Vollschiff Olbers (1851), havarierte 1848. Später trug eine Dreimastbark der Kaiserlichen Marine den Namen des Astronomen.

Olbersstraßen in Berlin, Bremen, Hannover, Lilienthal und anderen Orten.

Das Olbers-Denkmal in Bremen in den Wallanlagen

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Olbers Planetarium Bremen/Germany


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Carl Gustav Carus

Carl Gustav Carus, auch Karl Gustav Carus (* 3. Januar 1789 in LeipzigKurfürstentum Sachsen; † 28. Juli 1869 in DresdenKönigreich Sachsen) war ein deutscher Arzt (GynäkologeAnatom und Pathologe sowie königlicher Hofarzt), Maler und Naturphilosoph sowie Psychologe.

In seiner Philosophie fasste er den Kosmos als von Leben durchsetztes Ganzes auf, seine Malerei verband das im Traum zugängliche Seelenleben mit der Landschaftskunst nach dem Ideal von Goethe. Er gilt als einer der vielseitigsten Universalgelehrten des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Carus war 13. Präsident der 1652 in der Reichsstadt Schweinfurt gegründeten Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, die 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften ernannt wurde.

Sein Gesamtwerk wurde 2009/2010 in zwei von wissenschaftlichen Publikationen begleiteten Ausstellungen in Dresden (Staatliche KunstsammlungenGalerie Neue Meister) und Berlin (Staatliche Museen zu BerlinAlte Nationalgalerie) umfassend gewürdigt.

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