Tamás Hacki (Budapest, 18. Februar 1944) ist ein ungarischer HNO-Arzt, Universitätsprofessor und Kunstpfeifer.
Mit fünf Jahren begann er zu pfeifen, lernte Geige spielen und war auch Chormitglied. Er gewann 1962 einen geteilten ersten Preis bei „Who Knows What?“ Im selben Jahr machte er seinen Abschluss am Kölcsey Ferenc Gymnasium in Budapest. Er begann ein Universitätsstudium und schloss sein Studium 1970 als HNO-Arzt ab. Anschließend arbeitete er in der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung des Budapester MÁV-Krankenhauses und nahm im selben Jahr am MIDEM-Festival in Cannes teil. Seine Alben wurden in mehreren Ländern veröffentlicht. 1983–1984 unternahm er eine phoniatrische Studienreise nach Deutschland und legte anschließend in Budapest seine Facharztprüfung ab. 1986 rief ihn einer seiner deutschen Professoren zurück und er lehrte sechs Jahre lang an der Medizinischen Hochschule in Hannover. Er habilitierte sich 1990 und wurde 1992 Universitätsprofessor an der Medizinischen Fakultät der Universität Regensburg. Am Silvesterabend 2007 trat er mit den Münchner Symphonikern auf, am 20. März gab er dann mit seiner alten Begleitband, der Ex-Antiquis-Band, ein Konzert in München. Derzeit lebt er in Regensburg, wo er an der Universitätsklinik gearbeitet hat.
Er war Gründer der Klinik für Phoniatrie und Pädaudiologie und des angeschlossenen Logopäden-Ausbildungsinstituts sowie einer Rehabilitationsabteilung, die Stimm- und Schluckbeschwerden behandelt. Darüber hinaus ist er häufig in Ungarn zu Gast, leitet mehrere Facharzt- und Logopäden-Ausbildungen, organisiert Konferenzen und hält Vorträge. 2008 erhielt er das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und 2015 den Pro Cultura Hungarica Award. Im Jahr 2022 wurde er zum externen Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften gewählt.
Umgeben von der Liebe seiner Familie starb Daniel Kandelman am 13. April 2023 im Maison St Raphaël auf dem Mount Royal zwischen seinem Familienhaus und der Universität von Montreal.
Er war der geliebte Ehemann von Isabelle, der liebevolle Vater von Séverine (Aurélien Bourdier) und Stanislas (Laure Maillard) und der bewundernde Großvater von Balthazar, Félix, Émile und Marius.
Daniel kam im Juli 1976 mit Isabelle mit einem Einjahresvertrag als Assistenzprofessor für Zahnmedizin an der Universität Montreal nach Quebec. Die Freude am Leben in Quebec, am Unterrichten an der Fakultät, an der Umsetzung von Gesundheitsprojekten in der Gemeinde, am Treffen wundervoller Freunde und die Freude, die ich mit Isabelle teile, ihre Kinder in Montreal aufwachsen zu sehen, verwandelten das ursprünglich geplante Jahr in ein Lebensprojekt.
Seine Liebe zur Musik prägte sein Leben und das seiner Nächsten. Die Konzerte, die er oft zusammen mit anderen Musikern veranstaltete, begeisterten seine Patienten, die sich darüber freuten, dass ihr Zahnarzt Pianist war, und überzeugten einige Kollegen, die diese Leidenschaft gerne mit ihm teilten.
Seine Familie möchte dem Palliativpflegepersonal von CLSC Parc Extension, Nova Soins à domicile und Maison St Raphaël danken.
Als Stabhochspringer erzielte er am 21. Juli 1946 in Duisburg seine persönliche Bestleistung von 3,50 m.
Nach dem Krieg war van Aaken zunächst Assistenzarzt in Balve im Sauerland, bevor er 1947 nach Waldniel zog, wo er eine Praxis eröffnete, die sich auf Sportmedizin und offene Beine spezialisierte.
Der Waldnieler Arzt ging als „Laufdoktor“ und Erfinder des „Waldnieler Dauerlauftrainings“ in die Laufgeschichte ein. Als Sportmediziner, Trainer und Aktiver setzte er sich bereits vor Arthur Lydiard mit Vehemenz für den Langstreckenlauf und das Training der „reinen Ausdauer“ mit hohen Kilometerumfängen ein. Täglicher Dauerlauf (Radfahren, Skilanglauf etc.) für jedermann, für Frauen, Alte und Kinder, war seine Devise, dazu eine maßvolle Ernährung. Er bekämpfte das bis Mitte der 1960er Jahre vorherrschende Intervalltraining der Freiburger Schule. Ebenso förderte er den damals verbotenen Langlauf-Wettkampf für Kinder statt der anaeroben Mittelstreckenläufe. Er favorisierte ein Mischungsverhältnis von 40:1 zwischen reinem aeroben Training und anaeroben Belastungen.[1] Seine Trainingsempfehlungen entsprechen heute unter anderem dem Training der norwegischen Skilangläufer.
Er begründete weiterhin den Deutschen Verband Langlaufender Ärzte. Als Vorsitzender und Trainer des von ihm 1953 gegründeten kleinen niederrheinischen Sportvereins OSC Waldniel errang er mit seinen Aktiven insgesamt 15 deutsche Meistertitel und beriet darüber hinaus Läufer der Spitzenklasse, vor allem Harald Norpoth, der 1964 in Tokio Olympiazweiter über 5000 m wurde.
Am 16. September 1967 organisierte er in Waldniel einen Marathonlauf, in dem er heimlich zwei Frauen starten ließ. Eine von ihnen, Anni Pede-Erdkamp, wurde Dritte des Laufs und stellte dabei eine inoffizielle Weltbestleistung auf. Van Aaken gilt als wichtigster Pionier des Marathonlaufes für Frauen.[3]
1968 gehörte Ernst van Aaken zu den Gründern der Interessengemeinschaft älterer Langstreckenläufer, welche als erste Seniorensportorganisation eigene Meisterschaften durchführte und federführend war bei der Etablierung der allgemeinen Seniorenleichtathletikbewegung in Deutschland.
1972 wurde van Aaken beim abendlichen Lauftraining beim Kreuzen der Straße von einem Auto erfasst. Beide Beine mussten infolge seiner schweren Verletzungen amputiert werden.
Im Laufe der folgenden Jahre schrieb er eine Reihe von Büchern. Das bekannteste ist Programmiert für 100 Lebensjahre. Van Aaken hielt Vorträge, auch in den USA und Japan, und organisierte vor allem Frauenläufe über die Marathonstrecke und über 100 Meilen in seinem Heimatort Waldniel, heute Schwalmtal. Dort wurde er zum Ehrenbürger ernannt.
1976 wurde Ernst van Aaken mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Seine Praxis führte van Aaken bis zu seinem Tod 1984 fort. Er beriet aktive Läufer und insbesondere Herzinfarkt– und Krebspatienten in der Nachsorge durch therapeutisches Laufen.
Die Theorien van Aakens über die Bedeutung des reinen Ausdauerlaufes, die er durch Beobachtung, jedoch nur in den seltensten Fällen evidenzbasiert, entwickelte, haben sich nach und nach bewahrheitet, so der Schutz vor Herzkreislauferkrankungen, Prävention in Bezug auf Diabetes und das Metabolische Syndrom, deutliche Verringerung des Krebsrisikos vor allem bei Brust- und Prostata-Krebs, Reduktion des Depressions- und Demenz-Risikos, ausgeprägte anti-entzündliche Wirkung, Abbau von Bauchfett, Bremswirkung von Osteoporose, Anti-Aging Effekt, Verbesserung des Fettstoffwechsels etc.[5]
COHEN, Dr. Jack starb Am Freitag, dem 22. August 2014, im Alter von 80 Jahren. …
Ein fürsorglicher Chirurg, der 45 Jahre lang Patienten und Mitarbeitern des Jewish General Hospital und des St. Mary’s Hospitals Mitgefühl, Weisheit und Humor entgegenbrachte. Ein talentierter klassischer Pfeifer, dessen einzigartige Darbietungen sein Publikum begeisterten. Ein leidenschaftlicher Geschichtsstudent und Liebhaber der Medizingeschichte. Ein freundlicher, intelligenter Mann, der das Leben aller Menschen veränderte.
William R. Bertelsen (20. Mai 1920 – 16. Juli 2009) war ein amerikanischer Erfinder und Pionier auf dem Gebiet der Luftkissenfahrzeuge (Hovercrafts). Bertelsen wurde vor allem als Erfinder des Aeromobils bekannt, dem ersten Luftkissenfahrzeug, das einen Menschen über Land und Wasser beförderte.[1] Im Jahr 2002 wurde Bertelsen von der World Hovercraft Federation zum „Vater des Luftkissenfahrzeugs“ ernannt.[1] William R. Bertelsen heiratete Alberta Menzel am 21. September 1946 in Homewood, Illinois.
Er machte 1938 seinen Abschluss an der Rock Island High School und studierte zwei Jahre Maschinenbau am Indiana Institute of Technology. Neben seiner geschäftigen Karriere als Arzt und Erfinder war Bertelsen auch Ehemann und Vater von vier Kindern. Es war Bertelsens Karriere als Landarzt, die ihn dazu veranlasste, verschiedene ACVs zu entwickeln und mit ihnen zu experimentieren. Sein Bedürfnis, Patienten in ländlichen Gebieten auch bei schlechtem Wetter erreichen zu können, entwickelte sich schnell zu einer lebenslangen Leidenschaft für die Entwicklung alternativer Transportmittel. Trotz ermutigender wie auch ablehnender Reaktionen entwickelte Bertelsen eine Reihe von ACVs und Bodeneffektmaschinen (GEMs), darunter die Aeromobile 35-1, 35-2, 72, 200-1, 200-2 und 250-1; den Arcopter GEM-1, GEM-2 und GEM-3 sowie ein Senkrechtstarter (VTOL).
Die DOSNY wurde 1938 von Ärzten gegründet und führte symphonische Musik unter Ignatz Waghalter auf. Bis zu sechs Konzerte jährlich finden in den bekannten Konzertsälen statt, Carnegie Hall, Town Hall und in der Avery Fisher Hall.
DOSNY was founded in 1938 by physicians interested in performing symphonic music under the direction of Ignatz Waghalter. In recent years it has added community musicians representing the diverse professions in the New York metropolitan area.
The Doctors’ Orchestra performs four to six concerts annually, often donating its services for benefits. Depending on the music, the orchestra performs concerts with between 50 and 60 members. The orchestra has performed in New York’s major concert halls including Carnegie Hall, Town Hall and Avery Fisher Hall.
Born in Germany in 1909, he published his first novel Das Leben geht weiter (Life goes on) in 1933, shortly before his emigration to the Netherlands. In 1943 he went underground and worked as a doctor and courier for the resistance group Vrije Groepen Amsterdam. In 1948 he received his Dutch approbation as a doctor and subsequently specialised in psychiatry and psychoanalisis.
Hans Keilson’s thesis, published in 1979, Sequentielle Traumatisierung bei Kindern(Sequential Traumatisation in Children), has been translated into several languages and was based on the therapeutic work he carried out on behalf of Le Ezrat HaJeled until 1970. His most recent work Sieben Sterne. Reden, Gedichte und eine Geschichte. Mit einem Nachwort von Gerhard Kurz (Seven stars. Speeches, Poems and a Story. With a postsript by Gerhard Kurz) was published in 2003. An edition of his collected works is just published and available with the renowned publishing house S. Fischer. http://www.fischerverlage.de
Kubitschek studierte an der Universität von Minas GeraisMedizin und war nach Abschluss seines Studiums in Krankenhäusern in Paris, Wien, Berlin und in Brasilien tätig. 1933 wurde er in die brasilianische Abgeordnetenkammer gewählt. Nach einem Staatsstreich 1937 und der Einrichtung des Estado Novo durch Getúlio Dornelles Vargas verlor Kubitschek seinen Sitz. Im Jahre 1939 wurde er Bürgermeister von Belo Horizonte, der Hauptstadt von Minas Gerais. Von 1946 bis 1950 war er erneut Abgeordneter und danach bis 1955 Gouverneur von Minas Gerais.
Präsidentschaft
Am 3. Oktober 1955 wurde er als Kandidat einer Mitte-links-Koalition mit dem Slogan „Fünfzig Jahre Fortschritt in fünf Jahren“ mit 36 Prozent der Stimmen zum Staatspräsidenten von Brasilien gewählt. Am 31. Januar 1956 wurde er als Präsident der Vereinigten Staaten von Brasilien vereidigt.
Seine fünfjährige Präsidentschaft war tatsächlich von Fortschritten geprägt. Sein größtes Projekt war die Gründung von Brasília, der neuen Hauptstadt in der bis dahin weitgehend menschenleeren Mitte des Landes. Sie wurde am 21. April 1960 eingeweiht. Auch große Straßenprojekte wurden fertiggestellt, und die Automobilindustrie Brasiliens wurde begründet. Es gab einen Wirtschaftsboom. Dieser wurde jedoch durch den Fall des Kaffeepreises auf dem Weltmarkt Mitte und Ende der 1950er Jahre stark gebremst. Unter Kubitscheks Präsidentschaft wuchs die Staatsverschuldung Brasiliens auf vier Milliarden US-Dollar an. Kubitscheks Nachfolger wurde im Jahr 1961 der Populist Jânio Quadros.
Notruf im Kaukasus: Ein Hirte ist schwer krank. Doktor Irakli (81) packt sofort seine Satteltasche, sucht sein Pferd und reitet los. Sein Wallach Bitschola (31) und er sind der Rettungsdienst im georgischen Kaukasus. Hier auf bis zu 3500 Meter Höhe gibt es kaum Straßen und der Arzt muss reiten.
Bis zu seiner Rente arbeitete Irakli als Neurologe in einem Krankenhaus im Tal. Erst danach kehrte er in die Berge nach Tuschetien zurück und wurde Bergdoktor. 51 Leben haben er und Bitschola seitdem gerettet. Im Winter, wenn die Hirten mit ihren Schafen ins Tal ziehen, gibt es kaum noch Menschen in Tuschetien. Doch auch die wenigen, die bleiben, brauchen einen Arzt. Irakli harrt aus und ist für sie da. „Manchmal beneide ich die Wölfe“, sagt er. „Sie laufen in Paaren. Und ich bin hier allein im Schnee.“ Doch solange der 81-Jährige noch auf sein Pferd steigen kann, wird er es weiter tun. Er kann nicht anders: „Ich glaube, das war mein Schicksal von Gott, dass ich Menschen in Not helfe.“ Irakli gehört zum Bergvolk der Tuschen und lebt in der georgischen Provinz Tuschetien. Viele Menschen hier glauben an 28 heidnische Göttersöhne und gleichzeitig an den christlichen Gott. Orthodoxie und Heidentum gehören zusammen und alte ungeschriebene Gesetze bestimmen den Alltag. Traditionen, Mythen und Legenden sind auch für Irakli wichtig, die heidnischen Dorffeste gelten ihm als die schönste Zeit im Jahr. Dann braut er für die Menschen Bier (wie im Film auf arte gezeigt).
Michael Verhoeven wuchs erst in Berlin und dann in München auf. Er war Sohn der Schauspielerin Doris Kiesow (1902–1973) und des Schauspielers und Regisseurs Paul Verhoeven (1901–1975), Bruder von Lis Verhoeven (1931–2019), zwischenzeitlich Schwager des Schauspielers Mario Adorf und Onkel der Schauspielerin Stella Maria Adorf.
Von 1966 bis zu seinem Tod war er mit der Schauspielerin Senta Berger verheiratet. Die beiden lernten sich 1960 auf der Berlinale kennen und spielten 1963 gemeinsam vor der Kamera im Film Jack und Jenny, wo er sie in einer Szene küssen sollte.[1] Während der Dreharbeiten verliebten sich die beiden.[2] Aus der Verbindung gingen die Söhne Simon Vincent (* 1972) und Luca Paul (* 1979) hervor. Die Kinder traten in die Fußstapfen der Eltern, so ist Simon Verhoeven Regisseur und Drehbuchautor und Luca Verhoeven Produzent. Beide Söhne begannen als Schauspieler und arbeiten auch im Familienunternehmen Sentana Filmproduktion.
Verhoeven starb im April 2024 im Alter von 85 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit.
Als junger Erwachsener entschloss er sich aber gegen den Willen seiner Eltern, die ihm die Fortsetzung der Schauspielkarriere nahelegten, Medizin zu studieren. Er promovierte 1969 mit einer Arbeit über Psychiatrische Maskierung von Gehirntumoren unter besonderer Berücksichtigung irreführender Befunde zum Dr. med. und arbeitete einige Jahre als Arzt – unter anderem in den USA, wohin er seiner Frau Senta Berger gefolgt war, die dort in Hollywoodfilmen mitspielte.
Sein politischer und experimenteller Anti-Vietnamkrieg-Film o.k. sorgte als Wettbewerbsbeitrag bei der Berlinale 1970 für einen großen Skandal, der dazu führte, dass der Wettbewerb abgebrochen wurde und ohne Preisverleihung blieb.[1] Danach wurde das Reglement der Berlinale reformiert.[5]o.k. gewann anschließend beim Deutschen Filmpreis das Filmband in Gold.
In den 1970er Jahren arbeitete Verhoeven verstärkt für das deutsche Fernsehen, u. a. als Regisseur des frühen Tatort: Kressin und der Mann mit dem gelben Koffer. Nachdem er 1972 zum ersten Mal Vater geworden war, schrieb und inszenierte er 1975 die anarchische Kinderserie Krempoli, in der er selbst einen Gastauftritt vor der Kamera übernahm und nebst Senta Berger auch seinen Vater Paul Verhoeven und seine Schwester Lis Verhoeven besetzte.[6] 1980 drehte er mit Otto Sander den Fernsehfilm Die Ursache.
1982 verfilmte er die Geschichte der Widerstandskämpfer gegen das Nazi-Regime, die Geschwister Scholl, in Die weiße Rose. Das Auswärtige Amt verbot damals offizielle Vorführungen im Ausland, als sich Verhoeven gegen die Aufforderung von Staatsseite weigerte, einen kritischen Kommentar aus dem Nachspann zu streichen.[7] Der Film gewann beim Deutschen Filmpreis das Filmband in Silber. Der von ihm geschriebene und inszenierte Film Das schreckliche Mädchen (1990) erhielt den Silbernen Bären der Berlinale, den BAFTA als Bester fremdsprachiger Film sowie eine Oscar-Nominierung als bester fremdsprachiger Film. Außerdem gewann er den Preis des New York Film Critics Circle als Bester fremdsprachiger Film. Das schreckliche Mädchen lief für einen deutschen Film erfolgreich im US-Kino. Diese beiden Filme und weitere, die sich mit der Aufarbeitung des Dritten Reichs beschäftigen, sorgten dafür, dass Michael Verhoeven zu einem der wichtigsten politischen deutschen Filmemacher wurde.
Dem gesamtdeutschen Fernsehpublikum wurde Verhoeven bekannt durch seine Serie Die schnelle Gerdi sowie deren Fortsetzung Die schnelle Gerdi und die Hauptstadt über eine Münchner Taxifahrerin, gespielt von Senta Berger.[8] Er inszenierte seine Frau auch in der MiniserieLilli Lottofee (1992).
Seit 1992 war Michael Verhoeven Eigentümer des Kino Toni am Antonplatz in Berlin, das er im Januar 2018 verkaufte. Nach langen Verhandlungen mit der Treuhand kaufte Verhoeven 1995 auch ein Gebäude im Stadtbezirk Prenzlauer Berg und errichtete in dem zuletzt leerstehenden Olympia-Filmtheater zusammen mit der Yorck Kino GmbH neue fünf Kinosäle des Filmtheater am Friedrichshain. Auch diese Immobilie hat er später verkauft.
Jeweils zusammen mit Senta Berger wurde er 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz und 2002 mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. 2005 erhielt Verhoeven den Marion-Samuel-Preis, der besonders wirkungsvolle Weisen gegen das Vergessen, Verdrängen und Relativieren der von Deutschen in der Zeit des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen auszeichnet.
Im Jahr 2000 drehte Verhoeven seinen ersten Dokumentarfilm: Der Fall Liebl – Ein Bayer in Togo, über einen Spätaussiedler, der sich mit der deutschen Bürokratie nicht auskannte und dem drohte, abgeschoben zu werden. 2006 erschien nach siebenjähriger Arbeit sein zweiter Dokumentarfilm Der unbekannte Soldat über Reaktionen zur Wehrmachtsausstellung.[9] In seinem 2008 erschienenen Dokumentarfilm Menschliches Versagen befasste sich Verhoeven mit der Frage, in welchem Ausmaß die deutsche Zivilbevölkerung von der Entziehung von jüdischem Vermögen in der NS-Zeit profitierte.[10] In seinem 2011 in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk entstandenen Dokumentarfilm Die zweite Hinrichtung – Amerika und die Todesstrafe befasst sich Verhoeven mit dem Schwerverbrecher afroamerikanischer Herkunft Romell Broom und dessen Hinrichtung am 15. September 2009 in Lucasville, Ohio, die 18-mal misslang und schließlich abgebrochen wurde.