Paolo Mantegazza

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Paolo Mantegazza (* 31. Oktober 1831 in Monza; † 28. August 1910 in San Terenzo) war ein italienischer Neurologe, Physiologe und Anthropologe sowie ein bedeutender Arzt und Bewusstseinsforscher. Mantegazza publizierte mehrere Arbeiten über die Wirkungen psychotroper Pflanzen auf das menschliche Bewusstsein, zahlreiche andere wissenschaftliche Schriften und mehrere Romane, die zu seiner Zeit Bestseller waren, inzwischen jedoch nahezu in Vergessenheit geraten sind.

Er war einer der Pioniere der Sexualmedizin und überwand etliche Tabus mit seinen Büchern:

„Fisiologia del piacere“ (Physiologie der Lust, 1854), „Fisiologia dell’amore“ (Physiologie der Liebe, 1873), „Igiene dell’ amore“ (Hygiene der Liebe, 1877), „Gli amori degli uomini – Saggio di una etnologia dell’amore“ (Loving of Men – Samples of a Love Ethnology, 1886) und „Fisiologia della donna“ (Physiology of the Woman, 1893).

Hhis famous book „Physiology of Lust | Sein berühmtes Buch „Physiologie der Lust“

Mantegazza studierte zuerst in Pisa und Mailand Medizin und schloss sein Studium 1854 in Pavia ab. Danach bereiste er Indien und Südamerika, wo er in Argentinien und in Paraguay als Arzt praktizierte. 1858 kam er nach Italien zurück und wirkte in Mailand als Chirurg. 1860 wurde er als Professor für Pathologie an die Universität zu Pavia berufen, wo er das erste Institut für allgemeine Pathologie in Europa gründete. Der Mediziner und Physiologe und späterer Nobelpreisträger Camillo Golgi promovierte 1865 an diesem Institut. Die medizinische Fakultät der Universität in Pavia gehörte seit dem 17. Jahrhundert zu den führenden Forschungsstätten in Italien und galt in der Mitte des 19. Jahrhunderts als eine der fortschrittlichsten in Italien. 1870 wurde Mantegazza Professor der Anthropologie am Istituto di Studi Superiori in Florenz. Hier gründete er das Museo Antropologico-Etnografico di Firenze (anthropologisches und ethnographisches Museum) sowie 1871 mit Felice Finzi die noch heute erscheinende Fachzeitschrift Archivio per l’Antropologia e l’Etnologia. Zu jener Zeit standen Kultur und Wissenschaft in Italien weit mehr als heute unter dem Einfluss der katholischen Kirche. Mantegazza wurde immer wieder von kirchlichen Kreisen angefeindet, insbesondere weil er ein Verfechter des Darwinismus und Atheist war.[2] Von 1868 bis 1875 hatte er einen regen Briefwechsel mit Charles Darwin.

Von 1865 bis 1876 war Mantegazza Deputierter von Monza in der italienischen Abgeordnetenkammer und ab 1876 Senator im Königreich Italien.

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Deutsches Ärzteblatt

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